Sonntag, 6. September 2015

Rudi Jagusch- Mordsommer








Verlag: Heyne 
Seiten: 464 
Erschienen: 9. März 2015
Preis: 9.99 Euro ( Ebook: 8.99 Euro )








Der erfolgreichen Staatsanwältin Nina könnte es nicht besser gehen. Gerade hat die smarte Mit-Vierzigerin einen wichtigen Fall gewonnen und einen Straftäter ins Gefängnis geschickt. Um den ganzen noch die Krone aufzusetzen wird ihr, kurz nach ihrem Erfolg, auch noch die Stelle der Oberstaatsanwältin angeboten. Eine ehrenhafte Aufgabe. Doch als Nina an diesem Tag nach Hause kommt, verwandelt sich ihr Hochgefühl plötzlich in nackte Panik. 

Ein Briefumschlag mit unbekanntem Absender und eine Drohung. Die verhängnisvolle Geschichte mit ihrer ehemaligen Clique aus Ninas Jugend, droht der Erpresser mit diesem Schreiben auffliegen zu lassen und somit ihre Karriere zu zerstören, wenn Nina sich nicht genau an seine Anweisungen hält. Sie hat keine Wahl und macht sich kurze Zeit später auf den Weg in die Eifel, in der sie in einem Hotel einchecken und auf weitere Instruktionen warten soll. Im besagten Hotel treffen dann auch die anderen Mitglieder ihrer ehemaligen Clique ein, bloß einer nicht, Ninas Jugendliebe Steff bleibt dem Wiedersehen in der Eifel fern. Aber warum? Ist er der geheimnisvolle Erpresser und warum schickt dieser Nina und ihre Jugendfreude auf eine Wanderung in ein abgelegenes Dorf im tiefsten Wald? 

Ich persönliche halte Schauplätze in einer guten Geschichte für überlebenswichtig und das abgelegene Dorf „Staudenhof“, in der der Großteil von Rudi Jagusch „Mordsommer“ spielt, gehört für mich zu einen der großartigsten Schauplätze, von den ich gelesen habe. Auch wenn es sich wohl eher um einen Schauerplatz als um einen Schauplatz handelt. Denn wie kann man einen guten Thriller denn nicht in einem Dorf spielen lassen, das, vom äußerlichen Eindruck, irgendwo im Mittelalter einfach stehen geblieben ist und in dem verlassene Häuser baugleichen Ruinen gleichen? Zudem sucht diesen Ort  eine Schauergeschichte ein, die „Mordsommer“ sogar noch einen Tick Mystery verleiht. Die Protagonisten ähneln schon sehr der typischen Horrorfilm Besetzung, von denen man schon unzählige Varianten gesehen hat. Die toughe  Protagonistin, die die Hauptrolle einnimmt und sich mutig jeder Gefahr stellt, der Klassenclown, der sich aus allem einen Spaß macht und die schüchterne und ängstliche Außenseiterin, von der man eigentlich immer nur den Satz „Ich halte das für keine gute Idee, lass uns lieber umkehren!“ hört.

Trotzdem halte ich „Mordsommer“ für einen sehr gelungenen Thriller, der von seiner Erzählstruktur clever aufgebaut ist. Während sich nämlich die Ereignisse in „Staudenhof“  zuspitzen, erfährt der Leser in Zeitsprüngen häppchenweise, warum es Nina schlussendlich an diesem gruseligen und abgelegenen Ort geführt hat, also was das Geheimnis ihrer ehemaligen Clique ist. Zudem wusste ich bis zu den letzten Seiten nicht, wer dieses Szenario eigentlich herbeigeführt hat. Ich hatte reihum einmal jeden der ehemaligen Cliquenmitglieder in Verdacht. 

Und übrigens, wer, nach der Lektüre von „Mordsommer“ unbedingt wissen möchte, woher der Autor seine Inspirationen genommen hat, der kann das gerne in die Tat umsetzen. Mein hoch gelobter Handlungsort „Staudenhof“ existiert nämlich wirklich in der Eifel. Nach intensiver Recherche im Internet habe ich aber entschlossen dort lieber nicht hinzufahren.

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