Sonntag, 6. September 2015

S.K. Tremayne- Eisige Schwestern







Verlag: Knaur TB 
Seiten: 395
Erschienen: 04. Mai 2015
Preis: 14.99 Euro ( Ebook: 12.99 Euro 








Vor einem Jahr wurden die Mooncrafts, aus London, Opfer eines schrecklichen und tragischen Unfalls. Eines der Zwillingsmädchen Lydia stürzte, von einem Balkon, in die Tiefe und starb. Seit diesem schrecklichen Tag, sind die beiden Elternteile psychisch am Ende. Noch schlimmer scheint es aber Lydias Zwilling Kirstie zu gehen. Seit dem Tod ihrer Schwester, scheint sie nicht mehr sie selbst zu sein und das im wortwörtlichen Sinn. Steif und fest behauptet sie nämlich, dass in Wahrheit SIE Lydia ist und vor einem Jahr das falsche Mädchen begraben wurde. 
Um einen Neuanfang zu wagen und mit der leisen Hoffnung, dass sich auch Kirstie wieder beruhigen wird, entschließen sich die Mooncrafts London den Rücken zu kehren und ziehen auf eine wunderschöne, einsame Privatinsel der schottischen Hebriden. Doch die Geister der Vergangenheit scheinen mit auf die Insel gezogen zu sein. An diesem einsamen Ort, bekommt Sarah immer mehr das Gefühl, dass etwas wirklich nicht stimmte. 
Als die Insel dann ein schrecklicher Sturm heimsucht und auch Angus nicht zu Hause ist, sind Sarah und ihre Tochter plötzlich ganz auf sich allein gestellt in jeglicher Hinsicht denn eine Frage scheint sich immer wieder zu stellen: Was geschah wirklich an jenem verhängnisvollen Tag, an dem ein Zwilling in den Tod stürzte? 

Erst einmal eins vorneweg: "Psychothriller" ist im Falle dieses Romans ein etwas zu hoch gegriffene Genrebezeichnung. Dennoch hat S.K. Tremayne hier eine Geschichte erschaffen, die beängstigend, spannend und vor allem neu ist. Zumindest ich persönlich, habe noch keine Geschichte gelesen, in der ein auseinander gerissenes Zwillingspaar die Hauptrolle spielt und wenn man bedenkt, wie gut Tremayne Kirstie oder Lydia (das möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten) beschrieben hat dann kann man schon fast selbst nicht glauben, dass kleine siebenjährige Zwillingsmädchen nicht öfter Gegenstand unheimlicher Geschichten gemacht werden. 'Gut' meint in diesem Fall nämlich, dass man, als Leser, einfach nicht weiß, wie man zu Lydia oder Kirstie stehen soll. In einem Moment empfindet man unfassbar großes Mitleid mit diesem kleinen zerbrechlichen Geschöpf,  um dann im nächsten Moment ängstlich zurück zu weichen. Dieselben ambivalenten Gefühle hegt der Leser auch gegenüber den anderen beiden Protagonisten Sarah und Angus. Aber das ist auch gleichzeitig das permanente und mächtigste Mittel, das der Autor hierbei einsetzt: Der ständige Identitätenwechsel. 
Zudem macht es die Kulisse, in der "Eisige Schwestern" spielt der Handlung auch ziemlich einfach. Sicherlich wird ständig die traumhafte Natur beschrieben, in der die kleine Insel liegt, dennoch lässt sich das Graue, das Trostlose, das Einsame und das Dunkle, das diesen Ort umgibt, nicht verbergen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es für "Eisige Schwestern" zu einem richtigen Psychothriller zwar nicht gereicht hat, hier aber trotzdem ein spannender und frischer Roman entstanden ist, der mit Mystery-Elementen aufwartet und auch einen würdigen Schluss inne hat. Besonders gelungen fand ich, im Epilog, in diesem Zusammenhang nämlich, ein weiteres Spiel der Identitäten, das aber diesmal nichts mit den Zwillingen zu tun hatte aber das sollte man am besten selber nachlesen....

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