Freitag, 7. April 2017

Blake Crouch - Dark Matter - Der Zeitenläufer






Verlag: Goldmann
Seiten: 416
Erschienen: 27. März 2017
Preis: 16 Euro (Ebook: 12.99 Euro)







"Bist du glücklich?"
Das ist der letzte Satz, den Jason Dessen hört, bevor er von seinem unbekannten Entführer bewusstlos geschlagen wird. Als er wieder aufwacht, beginnt für Jason ein absoluter Albtraum, denn mit den Worten "Willkommen zurück, alter Freund!" wird Jason begrüßt, von einer ihm völlig unbekannten Person, und erkennt, dass er in eine andere Welt gestolpert ist. Einer Welt, die seiner zwar ähnelt, aber in der er niemals seine Frau Daniela geheiratet hat, und in der er folglich auch nicht Vater seines Sohnes Charlie wurde.
Stattdessen ist Jason nun gefeierter Wissenschaftler. 
Doch welches Leben und vor allem welche Welt ist real? 
Und einmal vor die Wahl gestellt, was möchte Jason wirklich vom Leben? Familie oder Karriere?
Um auf diese Fragen Antworten zu finden, begibt er sich auf eine atemberaubende und gefährliche Reise durch verschiedene Welten und Zeiten. Einer Reise, die ihn am Ende alles kosten könnte...

"Dark Matter - Der Zeitenläufer" ist, nach den Worten des Autoren Blake Crouch, sein schwierigster Roman gewesen. Während des Lesens wird dann auch schnell deutlich, was er damit meint, denn der Handlungsaufbau in "Dark Matter" ist so komplex konstruiert worden, dass man sehr schnell nachvollziehen kann, warum dem Autoren, während des Schreibens, das ein oder andere Mal der Schweiß ausgebrochen sein muss. Es verwundert dann allerdings, dass man, obwohl der Komplexität der Handlung, dieser so leicht folgen kann, und teilweise den Atem anhielt, weil Blake Crouch hier nicht nur etwas erschaffen hat, dass wahnsinnig anders und besonders ist, sondern auch etwas unglaublich gut geschriebenes. 
Selbst die vielen wissenschaftlichen Details, die "Dark Matter" zweifellos inne wohnen, wurden verständlich und deutlich erklärt, so dass man teilweise spannende und neue Dinge lernen konnte. Mir persönlich war beispielsweise die Viele-Welten-Theorie völlig neu, was möglicherweise auch an meinem mangelndem Interesse an Quantenphysik liegen kann. Auch die Recherche zu diesen vielen wissenschaftlichen Aspekten scheint sehr genau und gründlich gewesen zu sein, was dann wohl auch das schlussendliche Erklären dieser Punkte, innerhalb der Handlung, so verständlich gemacht hat.
Obwohl mich die gesamte Geschichte durchweg unterhalten konnte, hat mir dann aber der zweite Teil der Handlung besonders Spaß gemacht. Atemlos und spannungsgeladen begleitet man hier die Hauptfigur Jason auf der Suche nach der Welt, in die er gehört. Und so leicht, wie sich das zunächst anhört, ist es ganz gewiss nicht. 
Ebenfalls sehr gefallen hat mir das Unnahbare in der Handlung. Blake Crouch hat "Dark Matter" so geschrieben, dass man wirklich nie weiß, was als nächstes passieren wird, aus dem einfachen Grund, weil schlichtweg so ziemlich alles passieren konnte. Genau dieser Umstand war auch der Anlass dafür, dass ich das Buch teilweise sinken lassen und durchatmen musste, weil ich das Gefühl hatte, dass ich die Tragweite mancher Situationen nicht richtig erfassen konnte. Manchmal ist es wohl auch eine glückliche Fügung, dass unser Gehirn so einfach gestrickt ist, oder Jason? 
Blake Crouch ist mit "Dark Matter - Der Zeitenläufer" ein wahnsinnig gut recherchierter und vor allem spannender Science-Fiction Roman gelungen. Ein Balanceakt zwischen Familie und Karriere, und der Frage welche Entscheidungen wir im Leben bereuen oder gut heißen. 
Welche Welt hättest du gewählt? 
Unbedingt lesen!

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