Mittwoch, 5. April 2017

Lesemonat März

Liebe Freunde, 
herzlich Willkommen zu meinem Lesemonat März. Im vergangenen Monat habe ich insgesamt zwölf Bücher gelesen, was ich gar nicht so richtig nachvollziehen kann, da ich sehr viel mit der Uni zu tun hatte. Aber offensichtlich habe ich mich viel mit Lesen belohnt, ansonsten kann ich mir die Menge einfach nicht erklären. Zwei Ebooks waren dabei, und zwei absolute Highlights, die aber wieder zum Schluss kommen. 
Insgesamt waren es 4557 Seiten. Jetzt kennen wir die Fakten, dann kann es ja losgehen. 
Los geht es mit einem Buch, auf das ich schon sehr gespannt war. "Caraval" von Stephanie Garber stand schon auf meiner Wunschliste, seit ich es das erste Mal in der Verlagsvorschau von Piper gesehen habe. Und die Geschichte bietet wirklich all das, was Fantasy-Liebhaber zu schätzen wissen. Ein magischer Ort, der ein dunkles Geheimnis verbirgt, ein mysteriöses und spannendes Spiel und eine Geschichte über zwei Schwestern, deren gegenseitige Liebe zueinander so groß ist, dass es fast schon weh tut. "Caraval" ist der Auftakt einer unglaublich viel versprechenden und spannenden Reihe, der mit einem kleinen Cliffhanger am Ende mich sehr gespannt auf die Fortsetzung macht, die hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt. Für Fantasy-Verrückte fast schon eine Pflichtlektüre, und natürlich für alle, die es werden wollen. 
Weiter ging es im März mit dem knapp neunhundert Seiten Koloss "Geister" von Nathan Hill. Ebenfalls ein Buch, das schon sehr lange auf meiner Wunschliste stand, und über das schon vielfach gesprochen wurde. Die vielen Seiten vergingen wie im Flug, denn "Geister" ist einfach wahnsinnig gut geschrieben und die Geschichte ist unglaublich interessant. Es ist ein Familien- und zugleich Gesellschaftsroman über die Geister der Vergangenheit, die den Literaturprofessor Samuel Anderson eines Tages plötzlich heimsuchen, als er einen Anruf von einer Anwaltskanzlei bekommt. Seine Mutter, die ihn als Kind verlassen hat, sitzt, nach einem tätlichen Angriff auf einen republikanischen Präsidentschaftskandidaten in Haft, und nun soll Samuel für seine Mutter ihre Integrität bezeugen. Samuels Nachforschungen über seine Mutter führen ihn tief in die Vergangenheit der Frau, die ihn geboren hat, aber über die er so unglaublich wenig weiß. Sehr lesenswert! 
Das nächste Buch aus dem Monat März kommt aus einen meiner absoluten Lieblingsverlage, den Königskindern. "Eine Geschichte der Zitrone" von Jo Cotterill ist eine zarte und zerbrechliche Geschichte über Freundschaft, und einem Mädchen, die den Zauber einer echten und tiefen Freundschaft entdeckt. Zugleich ist "Eine Geschichte der Zitrone" eine mitfühlende Familiengeschichte über einen Vater, der manchmal scheinbar vergisst, dass er eine Tochter hat. Calypso ist eine unglaublich sympathische Protagonistin, ein absoluter Bücherwurm und hat mein Herz in Sturm erobert. Obwohl das Buch mit relativ wenigen Seiten auf den ersten Blick kurzweilig wirkt, bleibt es nach dem Lesen noch lange im Gedächtnis, und es ist eines dieser Geschichten, die dir ein gutes Gefühl geben. 
Weiter ging es im vergangenen Monat natürlich mit dem Buch meines absoluten Lieblingsautoren. Es ist natürlich Pflicht, dass, wenn ein neues Buch deines Lieblingsautoren erscheint, du sofort in die Buchhandlung läufst, um es an einem Stück zu lesen. Okay, für "AchtNacht" von Sebastian Fitzek habe ich sogar zwei Tage gebraucht, aber der Spannung hat das keinen Abbruch getan. "AchtNacht" ist eine spannungsgeladene Achterbahnfahrt und zugleich eine Anklage an unsere heutige Gesellschaft, die die Vorteile der Anonymität des Internets nutzt, um ihre gesamten menschlichen Grundprinzipien über den Haufen zu werfen. inspiriert von dem Film "The Purge" ist Sebastian Fitzek von seinem gewohnten Stil des Psychothrillers abgewichen und hat eine erschreckende Realitätsgeschichte geschrieben, die sogar teilweise dystopische Züge annimmt. Sehr lesenswert!
Weiter ging es im März mit einem Buch, das wohl das unscheinbarste Cover aller Zeiten hat. Trotzdem ist mir "Unorthodox" von Deborah Feldman wahrscheinlich genau wegen dieses Umstandes in der Buchhandlung ins Auge gesprungen, und voller Neugierde nahm ich es nach Hause mit. "Unorthodox" ist die Lebensgeschichte der Autorin, die seit ihrer Geburt bis ins Erwachsenenalter bei einer sektenähnlichen jüdischen Gemeinschaft in Brooklyn wohnte. Feldman erzählt von dem Alltag in dieser Gemeinschaft, der sich so unglaublich von dem Leben unterscheidet, das wir kennen. Fast stufenweise wird das Leben für Feldman immer extremer und sie beginnt Dinge zu hinterfragen, und kritischer gegenüber der Gemeinschaft zu werden. Unglaublich interessant, gleichsam erschreckend und lesenswert. 
Wie kann eine Geschichte bloß so herzerwärmend, so lebensbejahend und gleichzeitig so tieftraurig sein? Olivier Bourdeaut hat in seinem Überraschungserfolg des französischen Lesejahres 2016 "Warten auf Bojangles" all diese Elemente zusammengebracht. Die Geschichte von Georges, seiner Frau und seinem Sohn ist auf jeder einzelnen Seite eine kleine Kostbarkeit und unglaublich berührend geschrieben. Georges große Liebe ist seine Frau. Für sie würde er alles tun. Mit ihrem gemeinsamen Sohn feiert die kleine Familie das Leben. Und wann immer sie können, tanzen Georges und seine Frau zu Nina Simones 'Mr. Bojangles'. Wer nun neugierig geworden ist, für den habe ich noch eine Rezension zu "Warten auf Bojangles" geschrieben.
Hallo Alex, hörst du mich? Ich hab dich immer noch nicht vergessen, und werde es auch nicht. Für mich bist du einer der besten Protagonisten, von dem ich je gelesen habe, und glaub mir, ich habe schon über eine Menge gelesen. Ich hoffe, dir und deiner Mum geht es gut, und du konntest deinen Ipod endlich ins Weltall schießen. 
Der elfjährige Alex macht sich mit seinem besten Freund, seinen Hund Carl Sagan auf dem Weg zu einem Raketenfestival nach New Mexico, um seinen Ipod ins Weltall zu schießen. Denn Alex will unbedingt den Außerirdischen im Weltall das Leben auf der Erde etwas näher bringen. Und das macht er mit Aufzeichnungen über seine Abenteuer, die er -glücklicherweise- mit uns teilt. "Hallo Leben, hörst du mich?" von Jack Cheng ist eine unglaublich herzerwärmende und zauberhafte Geschichte geworden. Prädikat besonders lesenswert. Ihr werdet Alex sofort ins Herz schließen. Versprochen. Wer noch nicht überzeugt ist, auch hierzu gibt es eine Rezension
Der erste Teil der Lone City Trilogie "Das Juwel" von Amy Ewing hat mich im vergangenen Jahr sehr überrascht. Zunächst habe ich mit einer Geschichte ähnlich wie 'Selection' gerechnet und bin eher ohne große Erwartungen an die Geschichte herangetreten. Schlussendlich war "Das Juwel" aber voller Spannung und einem Cliffhanger, der mir Schweißausbrüche bescherte. Nun musste ich also endlich den zweiten Teil "The White Rose" lesen, und auch wenn in diesem Teil die Handlung etwas langsamer erzählt wurde, konnte er mich wieder überzeugen. Da ich beide Bücher auf Englisch gelesen habe, liegt das Finale der Lone City Trilogie schon auf meinem Stapel ungelesener Bücher und wird sehr bald in Angriff genommen. 
Weiter ging es mit meinem ersten Ebook im Lesemonat März. Es war das neue Buch von Laura Newman "This new world", der Auftakt einer neuen Reihe, in der eigentlich gewöhnliche Menschen mit Superhelden-Kräfte ausgestattet wurden. Leider konnte mich die Geschichte größtenteils nicht überzeugen, die einzelnen Protagonisten waren für mich einfach zu stereotypisch. Das Ende allerdings hat mich dann doch überzeugen können, sogar so sehr, dass ich die Reihe auf jeden Fall weiter lesen werde. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. 
Das nächste Ebook aus dem Monat März kommt von Senta Richter und es handelt sich um ihr neues Buch "Verspielt". Schon die ersten beiden Teile ihrer Science-Fiction Trilogie "OPUS" haben mich in Begeisterungsstürme ausbrechen lassen. Mit "Verspielt" legt Senta Richter allerdings nun ein krassen Genrewechsel hin, der ihr aber mehr als gelingt. "Verspielt" ist unglaublich spannend geschrieben und voller unerwarteter Wendungen. Eine sehr lesenswerte Geschichte, die mich ebenfalls überzeugen konnte. Für alle, die noch unsicher sind, auch zu "Verspielt" habe ich eine Rezension geschrieben. 
Kommen wir nun zu meinem ersten absoluten Highlight des Lesemonats März. "Das Leben nach Boo" von Neil Smith hat mich nicht mehr losgelassen, seit ich es zum ersten Mal in der Buchhandlung entdeckt habe. Die Geschichte klang ungewöhnlich, einfach anders. Sie versprach sehr viel, und hielt es schlussendlich noch viel mehr, als ich angenommen habe. Der dreizehnjährige Boo, der kurz vorher noch an seinem Schulspind stand, findet sich plötzlich im Wiedergeburtsraum eines sehr seltsamen Jenseits wieder. Er ist gestorben und in einem Himmel gelandet, den bloß dreizehnjährige verstorbene amerikanische Jugendliche bevölkern. In einer, von Mauern umgebenen, Stadt haben sich die Kids eine eigene kleine Gemeinschaft aufgebaut. Boo, der schon, als er noch zu den Lebenden gehört hat, eher ein Außenseiter war, versucht sich mit seiner ungewöhnlichen Situation zu arrangieren, doch dann taucht plötzlich Johnny, Boos ehemaliger Schulfreund, im Himmel auf und wirft ein ganz neues und erschreckendes Licht auf Boo's Vergangenheit. Unbedingt lesen...und lieben! Ach ja, auch zu "Das Leben nach Boo" gibt es eine Rezension von mir. 
Das letzte Buch aus dem Lesemonat März war ebenfalls ein absolutes Highlight von mir. "Spinner" ist Benedict Wells Debütroman gewesen, der noch einmal in überarbeiteter Form vom Autor selbst, im Diogenes Verlag erschien. "Spinner" erzählt die Geschichte von Jesper Lier, der, gefangen in einer Lebenskrise, ein mehr als tristes und trostloses Leben führt. Zunächst wollte ich "Spinner" eigentlich nicht allen empfehlen, weil ich anfangs annahm, dass es ein Buch hauptsächliche für junge Erwachsene sei, die sich am besten mit dem Protagonisten identifizieren konnten. Aber im Prinzip ist "Spinner" für jeden, für die Jungen, die ihren Weg erst noch finden müssen und für all diejenigen, die nostalgisch auf eine Zeit zurückblicken, in denen sie sich ähnlich gefühlt haben. Aber vor allem ist "Spinner" für die Träumer, die, auch wenn es noch so absurd scheint, an ihren Träumen festhalten. Unbedingt lesen! Auch zu "Spinner" gibt es eine Rezension 

So das war es schon wieder. Okay, es war schon eine ganze Menge toller Bücher, die ich diesen Monat lesen durfte. Mal sehen, was mich im nächsten Monat erwartet.

Eure Lisa. 

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