Mittwoch, 30. September 2015

Lesemonat September


Herzlich Willkommen zu meinem Lesemonat September :)
Ich hab mir gedacht, ich könnte eine neue Rubrik einführen und euch am Ende jeden Monats ein bisschen darüber erzählen, was ich alles gelesen habe und was ich unbedingt weiterempfehlen kann.
Ich habe diesen Monat meine schon fast obligatorischen neun Bücher gelesen. Davon waren fünf Printbücher und vier Ebooks. 
Begonnen hat der Monat mit dem Buch "Die sieben Schwestern" von Lucinda Riley aus dem Goldmann Verlag. Das war mein erstes Buch von der Autorin und der Beginn einer Reihe, in der sie jede dieser Schwestern vorstellt. Und zwar deshalb, weil jede auf eine Reise in ihre Vergangenheit geht, um ihre Herkunft aufzudecken. Die Schwestern wurden nämlich alle aus verschiedenen Orten auf der Welt adoptiert. Die Reise der ersten Schwester führt nach Rio de Janeiro. Insgesamt war es ein sehr unterhaltsamen Buch, das so manch schöne Ecke von Rio aufgezeigt hat. Ob ich die Reihe weiter lese, werde ich wohl daran entscheiden, wohin der Trip der nächsten Schwester führt. Ich liebe Bücher, in denen die Leute reisen. 
Der Titel des nächsten Buches lautete "Die Dreizehnte Fee" von Julia Adrian. 
"Die Dreizehnte Fee" ist eine wunderschöne aber auch furchtbar tragische Märchenadaption, in der es um Schuld, Rache und Liebe geht. Ich freue mich schon, wenn es nächsten Monat mit dem zweiten Teil weiter geht. Ich habe großen Bedarf mich weiter verzaubern zu lassen.


Der nächste Roman, den ich verschlungen habe, war "Verschwörung" von David Lagercrantz aus dem Heyne Verlag. Zu diesem Buch habe ich auch meine erste Rezension im Monat September geschrieben. "Verschwörung" gehört wohl zu den meist diskutierten Büchern, die in letzter Zeit veröffentlicht worden. David Lagercrantz, der ein schweres Erbe antritt, als er die 'Millenium'-Trilogie von dem verstorbenen Autor Stieg Larsson weiterführte. Und obwohl "Verschwörung" kritisiert und boykottiert wurde, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Alles weitere kann man natürlich in meiner Rezension nachlesen.
Eine weitere Rezension habe ich zu dem ersten Teil der "BookElements"-Reihe "Die Magie zwischen den Zeilen" von Stefanie Hasse geschrieben. 

Der tolle Auftakt einer Fantasy-Reihe, die mit einer neuen und frischen Idee punktet. Für jeden Bücherliebhaber ist "BookElements" aber sowieso Pflicht denn wir alle lieben doch Bücher über Bücher ganz besonders. Auch hier wird der zweite Teil in Kürze erscheinen. Ich bin gespannt! 

Außerdem habe ich diesen Monat die Shadow Falls Academy Reihe von C.C. Hunter aus dem Fischer-Verlag angefangen. Ich mag die Protagonistin auf jeden Fall schon einmal sehr gern und freue mich schon auf die Nachfolgebände, es sind insgesamt fünf und Band zwei steht schon in den Startlöchern. 

Dann habe ich einen weiteren Auftakt einer Fantasy-Reihe gelesen (so viele Reihen :)). In diesem Fall ist es der Auftaktband der "Seductio"-Reihe "Von Schatten verführt" von Regina Meißner.
Auch hier hat mich die Idee, die hinter dem Roman steckt, wirklich begeistert. Am Ende hat mich "Seductio" zwar mit einem krassen Cliffhanger- im wahrsten Sinne des Wortes- hängen lassen aber ich werde ebenfalls bald mit dem zweiten Band getröstet werden. Sollte euer Interesse entfacht worden sein, könnt ihr auch hier genaueres in meiner Rezension nachlesen. 
Nun kommen wir zu einem persönlichen Liebling von mir. Ihr müsst dieses Buch alle lesen! Sofort! Ich bin sooo verliebt <3 


 "Das Mädchen aus der 1.Reihe" klingt sehr nach vorhersehbarer Liebesgeschichte, das ist es aber nicht. Ganz und gar nicht. Dieses Buch ist so viel mehr Wunderschönes, das ich es euch alle wirklich ans Herz legen möchte. Natürlich ist es auch Liebe, da ich es ja schon liebe aber vor allem ist es eine riesengroße Überraschungstüte, die euch ganz sicher begeistern wird. Lest auch hier meine Rezension, wenn ihr Lust habt. 

Ja, es gab auch Bücher, die mir diesen Monat nicht so gut gefallen haben und da gehört leider auch "Die Betrogene" von Charlotte Link dazu. Obwohl ich ihre Bücher eigentlich ganz toll finde und den Großteil gelesen habe, konnte ich mich mit den Charakteren in dieser Geschichte einfach nicht anfreuden. 
Schade aber dann bestimmt beim nächsten Mal! 

Zum Schluss kommt dann noch ein Leseschatz, der definitiv zu meinen persönlichen Highlights gehört. "Das Licht der letzten Tage" ist eigentlich eine Dystopie aber eigentlich auch nicht. Ein wunderschön poetisches Buch über die Vergänglichkeit unserer Welt. Definitiv und hundertprozentig lesenswert. Auch hier könnt ihr Einzelheiten in meiner Rezension nachlesen. 

Ja, das war mein Lesemonat September. Insgesamt hat er mir sehr gut gefallen und ich habe tolle Geschichten kennen lernen dürfen, von denen auch ein paar ein Platz in meinem Herzchen (BEN!!) bekommen haben :)


Dienstag, 29. September 2015

Emily St. John Mandel - Das Licht der letzten Tage






Verlag: Piper Paperback
Seiten: 407
Erschienen: 14. September 2015
Preis: 14.99 Euro ( Ebook: 12.99 Euro )








Eine Grippewelle bricht aus und lässt in kurzer Zeit die Welt, wie wir sie kannten, zu einer Erinnerung werden. 99 % der Weltbevölkerung sterben. 

Elektrizität, warmes Wasser, Lebensmittel in Supermärkten kaufen, im Internet surfen, all diese Dinge gehören der Vergangenheit an. 
Aber es gibt Überlebende. Da wäre einmal die sogenannte 'Fahrende Symphonie', eine Gruppe von Leuten, die sich zusammengeschlossen haben, um in einer Theatergruppe in verschiedenen Siedlungen, die sich nach dem Zusammenbruch gebildet haben Shakespeare Stücke aufzuführen. 
Oder die Menschengruppe im Flughafen, die sich eine kleine Gesellschaft aufgebaut haben, um sich mit der neuen Welt irgendwie zu arrangieren. 
Sie alle haben aber eins gemeinsam: Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die frühere Welt war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein soll...

Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist.
Sehr sehr lange habe ich auf den Erscheinungstermin dieses Buches gewartet. Nicht nur das wunderschöne Cover ist mir sofort ins Auge gesprungen, sondern auch der Klappentext. Dieser lässt vermuten, dass es sich erst einmal um ein dystopisches Buch handeln muss aber "Das Licht der letzten Tage" ist noch so viel mehr. 
Genremäßig kann man es gar nicht eingrenzen, natürlich schafft eine Grippewelle, die fast die gesamte Menschheit dahin rafft klare dystopische Verhältnisse aber ist so eine Stimmung dann nicht auch hoffnungslos, düster und grau? 
Dann kann man den Roman von Emiliy St. John eigentlich nicht dazu zählen denn er trägt so viel Hoffnung und Energie auf jeder einzelnen Seite, dass ich mich beim Lesen manchmal nicht gewundert habe, dass genau in diesem Moment die Sonne herauskam und in meine Wohnung schien. 
In einer wunderschönen, manchmal melancholischen und poetischen Sprache strickt die Autorin den Erzählstrang um eine Hauptfigur, die bereits auf den ersten beiden Seiten stirbt. Doch durch Zeitsprünge in die Vergangenheit und Zukunft formt sich das Bild von Arthur, dem Schauspieler. Ein Mann, der viel in seinem Leben falsch gemacht hat aber doch das Herz am rechten Fleck hatte. 
Von ihm aus wird das Handlungsgerüst um eine Anzahl von Protagonisten ergänzt, die zwar alle eine völlig verschiedene Geschichte, vor und während des Zusammenbruchs, zu erzählen haben aber eben auch auf irgendeine Art und Weise mit Arthur verbunden sind. Und zu jedem einzelnen dieser Charaktere baut man sofort eine Beziehung auf. 
Wie die Autorin das schafft, kann ich gar nicht so genau sagen. Fest steht, dass Emily St. John Mandel mit ihrer genial konstruierten und einzigartigen Struktur in "Das Licht der letzten Tage" ein erzählerisches Meisterwerk gelungen ist. 
Und als wäre das noch nicht genug, schafft sie mit der Verbindung zu dem Graphic Novel 'Station Eleven' (übrigens handelt es sich hier um den englischen Titel des Romans) nicht nur eine künstlerische, sondern auch eine durchaus humorvolle Komponente in ihr Buch zu integrieren. 
Es war schon erstaunlich, wie all die klein gelegten Pfade, während der Geschichte, am Ende ineinander fügten und ein stimmiges Bild ergaben. 
"Das Licht der letzten Tage" ist ein sprach- und bildgewaltiges Buch, das mich unglaublich berührt hat und das ich so schnell nicht mehr vergessen werde. 
Eines meiner absoluten Jahreshighlights und das lange Warten definitiv wert. 

Montag, 28. September 2015

Charlotte Link - Die Betrogene







Verlag: blanvalet
Seiten: 639
Erschienen: 02. September 2015
Preis: 9.99 Euro ( Ebook: 8.99 Euro )







Kate Linville, Polizistin bei Scotland Yard, führt ein einsames und tristes Leben. Die kontaktscheue Frau schafft es einfach nicht sich ein Leben in London aufzubauen mit allem, was dazu gehört. Sie hat weder eine Beziehung noch Freunde. Auch in ihrem Beruf ist sie nicht unbedingt das, was man eine Superermittlerin nennen würde. Ihr nicht vorhandenes Selbstbewusstsein macht ihr bei allem ein Strich durch die Rechnung. Nur bei ihrem Vater Richard, ebenfalls Polizist aber bereits pensioniert, kann sie so sein, wie sie möchte. 
Doch dann wird Richard auf brutale Art und Weise ermordet. Da Kate den Ermittlern vor Ort nicht traut, macht sie sich selbst an die Aufdeckung des Mordes an ihrem geliebten Vater und erkennt dabei, dass sie diesen Mann, den sie glaubte besser zu kennen als jeden anderen Menschen auf dieser Welt, völlig falsch eingeschätzt hatte. Er war nicht der, für den Kate ihn gehalten hatte.
Zeitgleich bricht die Familie Crane in einen lang überfälligen Urlaub auf. Der Drehbuchautor Jonas Crane hat von seinem Arzt strikte Ruhe verordnet bekommen und sucht diese nun auf einer einsamen Farm in den Hochmooren von Yorkshire. Die Familie ahnt nicht, dass die Ereignisse um die Ermordung von Richard Linville auch sie in schreckliche Gefahr bringen werden. Ein flüchtiger Verbrecher hat es nämlich genau auf diese Farm abgesehen...

An einem neuen Roman von Charlotte Link kann ich immer schlecht vorbei gehen. Zu oft hat mich diese Frau schon Stunden in atemloser Lesespannung verbringen lassen und mich bestens unterhalten.
Auch 'Die Betrogene' kann mit einem spannenden und clever konstruierten Plot aufwarten. Charlotte Link macht hier das, was sie am besten kann und zwar zwei Erzählstränge zu erschaffen, die nahtlos am Ende zueinander finden und einen eigentlich guten Krimi kreieren. 
Auch die obligatorische Frage nach dem Mörder konnte ich fast bis zur Auflösung nicht enträtseln. Link lockt ihre Leser immer wieder auf verschiedene Fährten, so dass ich erst kurz vor der Auflösung eine vage Vermutung hatte, die sich dann zumindest als halbwahr herausgestellt hatte. 
Auch die Lieblingsschauplätze der Autorin, die sich hauptsächlich in Englands abgelegensten Gegenden finden lassen, waren auch hier vorausschauend gewählt. Ein Hochmoor in Yorkshire und eine verlassende Schiffswerft in Liverpool bieten ideale Voraussetzungen für einen guten Kriminalroman. 
Doch trotz dieser Vielzahl von positiven Punkten in 'Die Betrogene' gab es doch einen Kritikpunkt, der die Geschichte am Ende- für mich zumindest- kaputt gemacht hat und das waren die Charaktere. 
Mit genervtem Augenverdrehen und ungläubigen Kopfschütteln lernte ich die völlig vereinsamte Kate kennen, die schon nicht mehr kontaktscheu war, sondern eher eine Sozialphobie hatte. Dann gab es da noch den eigentlich hervorragenden Detective Caleb, der sich mit seinem gerade überstandenen Alkoholproblem und seiner daraus resultierenden Unsicherheit permanent selbst im Weg steht und dann ist da noch Jane, die taffe, selbstsichere Jane, die mich zunächst noch hoffen ließ es doch einmal mit einer Persönlichkeit zu tun zu haben, die wenigstens einmal, innerhalb der Geschichte, lächeln würde aber weit gefehlt. 
Natürlich sind Charaktere, bei denen auch mal etwas gewaltig schief läuft im Leben, durchaus interessant aber wenn gleich so viele, und die genannten waren nur Beispiele, aufeinander treffen, wirkt das doch mehr unrealistisch als alles andere.
Eigentlich ziemlich schade, weil 'Die Betrogene' durchaus, von der Idee her, Potenzial hatte aber mit den Charakteren eine negative Kehrtwendung genommen hat. 
Natürlich bleibt der neue Roman von Charlotte Link, wie bereits erwähnt, trotzdem eine spannende Geschichte. Nur die Auseinandersetzung mit den Figuren, hat mir persönlich den Lesespaß zu oft genommen. 

Aber bestimmt dann wieder beim nächsten Mal, Frau Link! 

Samstag, 26. September 2015

Jana Crämer - Das Mädchen aus der 1.Reihe





Verlag: juneberry
Seiten: 311
Erschienen: 15. August 2015
Preis: 12.80 Euro ( Ebook: 6.99 Euro )









Lea und ihre beste Freundin Jule sind nicht unbedingt das, was man Partygängerinnen nennen würde. Eher zufällig geraten sie in einem Club und noch gar nicht richtig angekommen, schmieden sie bereits Pläne um möglichst schnell wieder flüchten zu können, bis sich plötzlich alles ändert. 
In dem Moment, als die Band 'Joyning' die Bühne betritt, ist es um die beiden Mädchen geschehen. 
'Joyning', das ist eine Gruppe von begeisterten und äußerst talentierten Musikern um ihren Frontsänger Ben. 
Und nicht nur, dass die Jungs an diesem Abend eine Palette von Coversongs zum besten gaben, die den Laden zum Beben brachte, nein, ganz zufällig ist Ben auch noch der bestaussehendste Typ, den Lea ja gesehen hatte. 
Hin und weg beobachte sie ihn auf der Bühne ohne ihre Umgebung mehr im Mindesten wahr zu nehmen. 
Von diesem Tag an reisen die beiden Freundinnen den Jungs zu fast all ihren Auftritten-quer durch das Land- hinterher und lernen dabei die Band auch immer besser kennen.
Doch zu welchem Preis? Immer mehr muss sich Lea den Eifersüchteleien ihres weiblichen Umfeldes aussetzten. Dieses scheint die besondere Beziehung zwischen Ben und Lea schon lange nicht mehr auf der rein platonischen Ebene zu betrachten.
Doch woher glauben diese Menschen Recht zu haben wenn Lea noch nicht einmal selbst weiß, wie sie sich fühlen soll. 

Ich bin definitiv kein Mensch weniger Worte aber wenn ich dieses Buch mit einem Wort beschreiben müsste dann ist es: Überraschungstüte. 
Und zwar eine riesige bunte mit all den Dingen drin, die einen glücklich machen, die dir einen wohligen Gänsehautschauer bereiten und dich auffangen, wenn es dir schlecht geht.
"Das Mädchen aus der 1. Reihe" ist wohl eine der besten Überraschungstüten, die ich in letzter Zeit gelesen habe. 
Du glaubst zu wissen, worum es geht und denkst: "Okay, da ist dieses etwas unsichere Mädchen, die sich in den hübschen Sänger der Band verguckt und ihn wahrscheinlich aus der Ferne permanent anschmachten wird. Ziemlich vorhersehbar oder nicht?" Du hast keine Ahnung.
Du bist sicher jeden einzelnen Charakterzug der Protagonisten genau voraussagen zu können und stempelst den Sänger als 'Frauenheld' und Lea als 'naives kleines Mädchen' ab, das sich wahrscheinlich durchgehend über den Tisch ziehen lassen wird. Lass dir gesagt sein, du wirst ziemlich überrascht aus der Wäsche gucken.
Ich persönliche spreche mich überhaupt nicht davon frei und gebe zu, dass ich nahezu identische Vermutungen im Vorfeld über diesen Roman hatte, bis dann die Überraschungstüte angefangen hat zu knallen und nicht mehr damit aufgehört hat. 
"Das Mädchen aus der 1.Reihe" ist berührend, emotional und so unfassbar verletzlich, das mir an sehr vielen Stellen das Herz richtig weh getan hat.
Auf der anderen Seite strotzt dieser Roman nur so vor Lebensenergie und macht glücklich. 
Und vor allem verdeutlicht er eine Liebe, die bei keinem Menschen jemals zu Ende gehen wird, die unerreichte, manchmal emotional zerstörende aber einfach nur glücklich machende Liebe zur Musik. Sei es bei den Leuten, die auf der Bühne stehen und ihr Herzblut und alles, was sie haben, in jeden einzelnen Song legen, um das Publikum zu begeistern oder eben bei den Menschen im Publikum, die bei einem Konzert die Möglichkeit haben für eine kurze Zeit den Alltag zu vergessen, sich nur von der Musik tragen zu lassen und Kraft zu schöpfen für all das, was da kommen mag.
Vielleicht lag es daran, dass ich selbst eine begeisterte Konzertgängerin bin und bei jeder zweiten Seite gedacht habe "Verdammt man, genauso ist es!", dass mich dieses Buch etliche Straßenbahnhaltestellen verpassen ließ, weil ich so vertieft in der Geschichte von Ben und Lea war und mich Stunden im Bett wach gehalten hat, als ich eigentlich schon schlafen sollte (genauso übrigens in dem Moment, in dem ich diese Rezension schreibe).
Aber vielleicht hat Jana Crämer hier auch eine Geschichte erschaffen, die vor allem eins ist: Unvergleichlich. 

Donnerstag, 24. September 2015

Ode an die Indies


Heute richtet sich mein persönliches und allerherzlichstes Dankeschön an all die Indie-Autoren da draußen, die mir mit ihren wunderschönen und besonderen Geschichten meinen tristen Alltag versüßen. 
Ohne euch hätte ich zahlreiche fantastische Welten nicht kennen lernen dürfen, hätte nicht an unzähligen Protagonisten mein Herz verloren, das träumerische Seufzen bei so vielen herzzereißenden Liebesgeschichten, die einen häufiger auch mal in den Wahnsinn getrieben haben, wäre mir nicht nur entgangen sondern hätte mir wahnsinnig gefehlt. 
Und wenn wir schon einmal beim Wort 'fehlen' sind: Eure ebenfalls nicht mehr zu zählenden unfassbar spannenden und toll erzählten Handlungsstränge, die mich oft gar nicht merken lassen haben, dass ich den Atem angehalten habe, was hätte ich nur ohne eure tollen Geschichten gemacht? 
Seite um Seite flogen sie nur dahin, genauso wie die Zeit und plötzlich war es wieder 3 Uhr nachts. Das machte aber überhaupt nichts. Die dicken Augen und das unkontrollierte Gähnen am nächsten Tag waren es mir definitiv wert. Konnte ich doch zwischendurch - zumindest gedanklich- noch einmal in eure Bücher abtauchen auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt meistens schon zu Ende gelesen habe. 

Und da ihr mich nicht nur von anstrengenden Uni-Aufgaben ablenkt sondern einfach immer wieder am Straßenrand mit dem Fluchtwagen raus aus der doofen Realität wartet, freue ich mich über jede einzelne positive Rezension, die ihr bekommt und jedes Mal wenn ihr ein erstes oder neues eurer wunderbaren Bücher in den Händen halten dürft aber vor allem freue ich mich darüber, dass immer mehr Verlage auf euer großes Talent aufmerksam werden und eure Schätze im neuen Glanz erstrahlen lassen.

Das ist so wichtig und so wunderbar denn viel zu wenig von euch findet Platz in den Buchregalen der Buchhandlungen dieser Welt aber eines könnt ihr euch sicher sein:
Einen Platz in meinem kleinen Herzchen werdet ihr immer haben.

<3
Lisa

Gewinnerbekanntgabe

Ihr lieben Menschen, 

ich gebe schnell die Gewinnerin meines Gewinnspiels bekannt.
Zu gewinnen gab es ja "Die Auserwählten in der Brandwüste" 
Gewonnen hat: 
Laura Sophie. 

Herzlichen Glückwunsch! 
Melde dich doch bei mir mit Privatnachricht am besten auf meiner Facebookseite und das Buch werde ich dir umgehend zuschicken :)


Sonntag, 20. September 2015

Regina Meissner - Seductio- Von Schatten verführt






Verlag: neobooks Self-Publishing
Seiten: 353 
Erschienen: 09. September 2015
Preis: 11.99 Euro  ( Ebook: 2.99 Euro )







Die 19-jährige Ivory ist auf der Flucht, so lange sie denken kann. Mit ihrer Tante Grace hat sie schon fast das ganze Land gesehen. Das führte aber auch dazu, dass sich Ivory niemals emotional an einen Ort oder geschweige denn an einen Menschen band. Zu groß war die Gefahr beides in absehbarer Zeit wieder verlassen zu müssen. 
Doch wovor flieht die junge Frau eigentlich? Sie nennt man Decassaren oder einfach nur Schatten. Seelenlose Monster, die sich in menschliche Gestalt hüllen, um Ivory lebend zu fangen und sie da zu zwingen das Tor nach Embonis zu öffnen. Die Heimat der Schatten. Denn sie ist der Schlüssel, die einzige Möglichkeit die normale Welt mit tausender weiterer Schatten zu überfluten. Aber das darf nicht passieren. Deswegen muss Ivory alles daran setzen den Schatten nicht in die Hände zu fallen. Hilfe bekommt sie dabei von dem mysteriösen und geheimnisvollen Kil. 
Können sie es gemeinsam schaffen? 

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr ein Buch zu Ende lest und einfach nicht einsehen wollt, dass es zu Ende ist? Beim Ende von "Seductio" habe ich mehrere Male auf die "Seite-umblättern"-Taste auf meinem Reader gedrückt, ihn ungläubig angestarrt mit den Worten "Das kann doch jetzt nicht dein Ernst sein!", um ihn dann an die Seite zu legen und wütend anzustarren. 
Cliffhanger sind immer schlimm, vor allem, wenn ihnen eine wunderbar erzählte und clever konstruierte Fantasy-Geschichte voran gegangen ist. 
Springen wir direkt an den Anfang. Ivory ist durch ihre jahrelange Flucht mit ihrer Tante eine verschlossene junge Frau geworden, die niemanden mehr an sich ran lässt. Lieber igelt sie sich ein, als Vertrauen zu jemanden Fremdes zu fassen, um dann doch wieder enttäuscht zu werden.
Durch diese, an den Anfang gestellte und komplett schattenfreie reine Darstellung von Ivory's Lebens- und vor allem Gefühlage, habe ich direkt eine Beziehung zu ihr aufgebaut. Natürlich konnte ich verstehen, dass man irgendwann so werden musste, wenn man permanent und zu jedem Zeitpunkt seine wenigen Sachen packen und die Flucht ergreifen musste. 
Doch genauso muss Ivory ihre Einstellung ändern, als sie Kil trifft. Dieser zwingt sie schon fast ihre Geschichte preis zu geben, weil er- nach seiner Ansicht- alles wissen muss, um sie richtig beschützen zu können. So muss Ivory zum ersten Mal in ihrem Leben einen anderen Menschen vertrauen, abgesehen von ihrer Tante. Genau das macht aber die tolle Entwicklung dieses Charakters aus. Manchmal ist sie stur, manchmal sogar ein bisschen nervig, manchmal witzig aber vor allem ist sie mutig und bereit ihr Schicksal zu akzeptieren und alles zu tun, um das Tor zu Embonis geschlossen zu halten. Das war, mehr als einmal, wirklich beeindruckend. 
Und dann ist da natürlich auch noch Kil. Kil wechselt seine Launen öfter wie andere Menschen ihre Unterwäsche und wirkt dadurch, während der gesamten Lektüre, vor allem eins: unberechenbar...aber auch wahnsinnig heldenmäßig gutaussehend. Ich verstehe Ivory da vollkommen, ich hätte auch nicht gewusst, was ich von ihm halten sollte. 
"Seductio" ist somit, mit seinen sehr gut ausgearbeiteten Charakteren und einer spannenden Handlung, der absolut lesenswerte Auftakt einer romantischen und düsteren Fantasy-Trilogie, die dich am Ende wenigstens mit einer Hoffnung zurücklassen wird: "Zum Glück erscheint der zweite Teil bereits im Oktober!"