Mittwoch, 16. Dezember 2015

Matthias Sachau - Das Geheimnis von Tylandor


Verlag: dtv junior
Seiten: 427
Erschienen: 20. November 2015
Preis: 14.95 Euro (Ebook: 12.99 Euro)







Im Bann uralter magischer Kräfte...

Die Stadt Tylandor ist die alte Stadt der Zauberer. Vor mehr als tausend Jahren verschwanden allerdings über Nacht alle Bewohner, auf mysteriöse Art und Weise aus der Stadt. Alles wurde dort zurückgelassen und obwohl Tylandor, während die Jahre vergingen, neu besiedelt wurde, schien die Magie der Zauberer für immer verloren zu sein.
Bis der junge Timur in die Stadt kommt. Bei denjenigen, die magische Fähigkeiten in sich tragen, leuchtet das Olisam und bei Timur leuchtet es heller denn je. Während er also seine neuen Kräfte entdeckt, weckt Timur dadurch ungewollt uralte böse und finstere Mächte, die nicht nur die Bewohner und die Stadt Tylandor in Gefahr bringen, sondern auch ihn selbst. 
Aber zum Glück hat Timur zwei wunderbare Freunde, auf die er sich immer verlassen kann. Julina und Malakin stehen treu an seiner Seite denn Timur muss alles daran setzen hinter das uralte Geheimnis von Tylandor zu kommen, bevor alles zu spät ist...

Matthias Sachau ist mit seinem Roman "Das Geheimnis von Tylandor" eine sehr lesenswerte Fantasy-Geschichte gelungen, die nicht nur für jüngere Leser geeignet ist. 
Mit dem Ausgangsszenario, das das rätselhafte Verschwinden sämtlicher Einwohner Tylandors beinhaltet, schafft er den perfekten Einstieg in die Geschichte. Liebend gerne ließ ich mich in diese alte und geheimnisvolle Stadt entführen, deren Magie noch nicht ganz verklungen ist. Beispielsweise gibt es da die roten Straßenwagen, die sich in einem angenehmen Tempo durch die Straßen Tylandors bewegen und keiner so genau weiß, wie sie eigentlich funktionieren. Ein Überbleibsel aus den Zeiten der Zauberer. 
Oder die vereinzelten Menschen, in denen das Olisam zwar schwach aber dennoch leuchtet, dass sie sich mit der Frage auseinander setzen können, wie sie die Magie zurück nach Tylandor bringen können. Einer von ihnen ist Mag Zagram, der sich selbst zu Timurs Lehrer ernennt, obwohl dieser ihn eigentlich gar nicht mehr braucht. Denn Timurs Zauberkräfte wachsen rasch und bringen ihn schnell in große Gefahr. 
Matthias Sachaus clever gewählte Ausgangssituation verknüpft er mit liebevollen und detailreichen Beschreibungen von Tylandor, die seinen Lesern schnell das Gefühl geben selbst durch die weitreichenden Straßen, Ecken und Gassen zu laufen. Mit dem spannenden Handlungsverlauf und wunderbar sympathischen Charakteren, wie der treue Malakin oder die mutige Julina macht es einfach nur Spaß Timur auf seinen Abenteuern zu begleiten. 
Obwohl ich bereits erwähnt habe, dass "Das Geheimnis von Tylandor" nicht nur etwas für jüngere Leser ist, finde ich, dass es dann doch als Kinderbuch betrachtet, eine schöne Botschaft inne hat und zwar die, dass Freundschaft alles möglich macht. Timur hätte wesentlich schlechtere Karten im Kampf gegen die finsteren Mächte, die Tylandor bedrohen, wenn er nicht seine Freunde an seiner Seite hätte.
Somit ist Matthias Sachaus Roman ein Lesevergnügen für groß und klein, das mich sehr gut unterhalten hat. 

Samstag, 12. Dezember 2015

Ava Reed - For Good- Über die Liebe und das Leben




Verlag: Booklover Verlag
Seiten: 250
Erschienen: 01. Dezember 2015
Preis: 9.99 Euro ( Ebook: 2.99 Euro- bis Weihnachten noch: 0.99 Euro)







Charlies kleine heile Welt hat sich von einem Moment auf den anderen plötzlich in einen riesigen Scherbenhaufen verwandelt. Sie verlor ihren Seelenverwandten, den wichtigsten Menschen in ihrem Leben, ihre große Liebe Ben. 
Nun steckt Charlie in einem großen schwarzen Loch der Trauer aus dem sie keinen Ausweg mehr sieht. Nur ihr wundervolles Leben mit Ben hat diesem überhaupt erst einen Sinn gegeben, wie soll sie also ohne ihn weiter machen? Wie soll sie je wieder lachen können, je wieder glücklich sein und je wieder das Leben anerkennen, als was es ist, ein Geschenk und nicht eine schmerzhafte Aneinanderreihung von Erinnerungen an einen Menschen, den Charlie nie wieder umarmen, nie wieder küssen und nie wieder lächeln sehen kann?
Mit diesen und vielen weitere Fragen, die sie nicht beantworten kann, sieht sich Charlie konfrontiert, während sie sich immer mehr zurück zieht und die erste Begegnung und die gesamte Zeit mit Ben Revue passieren lässt.
Nichts wird mehr so sein, wie es einmal war. Und schließlich muss Charlie sich die wichtigste Frage stellen: Wird sie den Verlust von Ben verkraften?

Wie Charlie aus "For Good - Über die Liebe und das Leben" von Ava Reed, stelle ich mir eine Woche, nachdem ich dieses Buch in anderthalb Tagen durchgelesen habe, ebenfalls eine elementare Frage: 
Wie ist es möglich dieses wahnsinnige, riesengroße Paket an Gefühlen, verschiedensten Arten von Emotionen wie Glück, Trauer, Wut, unbändige Freude und ein riesiges Maß an purer, echter und verzweifelter Liebe auf 250 Seiten zu bringen? Ihr wollt wissen, wie das geht? Ava Reed hat es vorgemacht.
Wie man sich sicherlich vorstellen kann, habe ich schon sehr viele Bücher gelesen und auch die komplette Bandbreite der Emotionen in diesen durchgemacht aber so gewaltig und so nachhaltig wie in "For Good" habe ich das selten bis noch nie erlebt. 
In einem unfassbar berührenden und verletzlichen Schreibstil gehalten, lernen wir, zu Beginn der Geschichte, die Protagonistin Charlie kennen, die sich eigentlich in der Blütezeit ihres Lebens befinden sollte, sich aber doch in einer fast grotesken gegenseitigen Lebenssituation befindet. Auf der Gefühlsebene nämlich am Ende ihres Lebens. Sie hat ihre große Liebe Ben verloren, von einem auf den anderen Tag, verwandelte sich ihr Leben in einem nicht enden wollenden Albtraum.
Wie tief, wie bedeutend und wie all umfassend diese Liebe zwischen Ben und ihr aber eigentlich war, erfahren wir in den Rückblenden, erzählt von Charlie, die sich mit den Kapiteln, die in der Gegenwart spielen, abwechseln. Daraus resultiert dann auch diese unglaublich intensive Gefühlsachterbahn, die man beim Lesen empfindet: 
In einem Moment kriegt man dieses dumme Grinsen einfach nicht mehr aus dem Gesicht, wenn man etwas Schönes liest, wenn zwei Menschen sich finden, wenn sie die typischen ersten Male erleben, wie erstes Treffen, erster Kuss, erster Sex, wenn Liebe entsteht, wenn sie erkennen, dass sie ohne einander nicht mehr können. All diese wunderschönen Dinge, die man erlebt, wenn man das Glück hat im Leben diesen einen Menschen zu begegnen, der alles verändert, um dann im nächsten Moment in die brutale Realität zurückgeworfen zu werden, in der genau dieser Mensch nicht mehr da ist.
Und diese wechselseitige Erzählweise von wunderschöner Vergangenheit zu grausamer Gegenwart, machen dieses Buch so verdammt echt.
Es tut weh "For Good" zu lesen, man leidet so sehr mit Charlie mit. Man will ihr sagen, dass alles wieder gut wird um im nächsten Moment sich über seinen eigenen unsinnigen Gedanken zu ärgern, weil man doch vorher selbst gelesen hat, was für eine besondere Verbindung zwischen Ben und ihr existierte. Wie genau soll denn da alles wieder gut werden? Man ist einfach nur ratlos.
Fakt ist aber, dass man es hier mit einer ganz besonderen Geschichte zu tun hat in all ihren kleinsten Facetten und Winkeln. Zu diesem Kompliment der besonderen Geschichte, muss man Ava Reed noch das Kompliment machen, dass sie es geschafft hat, dieses eben erwähnte wahnsinnig große Paket an Emotionen und Gefühle zu schüren, ohne an irgendeiner Stelle kitschig zu sein.
Im Gegenteil hat sie einer in liebestechnischen Angelegenheiten eher pessimistisch und ironisch eingestellten Bloggerin den Glauben daran zumindest ein bisschen zurückgegeben.
Eine größere Liebesgeschichte wie zwischen Charlie und Ben findet man selten. 
Unbedingt lesen!

Dienstag, 1. Dezember 2015

Lesemonat November


Herzlich Willkommen zu meinem Lesemonat November. Letzten Monat habe ich sieben Bücher gelesen, davon waren ganze vier Ebooks. Insgesamt komme ich auf 2737 Seiten. Das ist etwas weniger als in den vorherigen Monaten, allerdings habe ich das Gefühl, wenn ich mir meine Neuzugänge für den November so ansehe, dass ich mehr Bücher gekauft, als gelesen habe :-)
Aber tatsächlich habe ich zu jedem Buch, das ich gelesen habe, auch eine Rezension geschrieben, wenn das nicht mal ein Fleißkärtchen wert ist. 
Das erste, das ich diesen Monat gelesen habe, war ein Ebook, ein Rezensionsexemplar und gehört auch direkt zu meinen Highlights. "OPUS-Die Begegnung" von Senta Richter ist der Auftakt einer Trilogie und eine geniale Mischung zwischen Dystopie und Science-Fiction Roman. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite gefesselt und aus diesem Grund habe ich das Buch auch sehr schnell durch gehabt, was natürlich schade ist, da ich jetzt umso länger auf den Nachfolger warten muss. Ich hoffe, dass es nicht mehr allzu lange dauert, da ich sehr gespannt darauf bin, wie es mit der Geschichte weiter geht. Eine Rezension gibt es natürlich auch von mir, falls ihr nun auch Lust bekommen habt auf OPUS, könnt ihr da gerne noch einmal rein gucken. 
Das zweite Buch, das ich gelesen habe, heißt "Run" und stammt aus der Feder von Mara Lang. Ich habe es, im Rahmen einer Leserunde auf lovelybooks gewonnen und war sehr gespannt auf die Geschichte, da der Klappentext einiges versprochen hat und ich wurde auch nicht enttäuscht. "Run" ist ein spannender und actionreicher Roman im Stil von "Erebos" von Ursula Poznanski. Allerdings gerät der Protagonist aufgrund der Entführung seiner jüngeren Schwester in ein mysteriöses und gefährliches Online-Spiel, bei dem der unbekannte Spielleiter eine Handvoll Jugendliche durch einen atemlosen Trip quer durch Wien schickt, bei dem sie verschiedene Aufgaben meistern müssen. Obwohl der Handlungsstrang an einigen wenigen Stellen etwas langatmig geraten war, konnte mich das Buch zum Schluss überzeugen, eine ausführliche Rezension findet ihr natürlich auch hierzu. 
Der dritte Schatz aus dem Monat November stammt aus dem Heyne fliegt Verlag und war ebenfalls ein Rezensionsexemplar. "Das Feuerzeichen" von Francesca Haig ist der Auftakt einer Trilogie und punktete mit einer frischen und neuen Idee in einer dystopischen Welt. Nach einer großen Explosion werden nämlich ausschließlich nur Zwillinge in die neue und größtenteils zerstörte Welt geboren. Und wenn das noch nicht seltsam genug ist, kann der eine Zwilling nicht ohne seine anderen überleben. Stirbt also der eine Teil, trifft es zwangsläufig auch den anderen. In der Story geht es dann um Cass und ihren Zwillingsbruder Zach, die gezwungen sind gegeneinander zu kämpfen. Ich fand die Zwillings-Idee wirklich sehr gut umgesetzt und obwohl der erste Teil ein paar kleine Schwächen hat, werde ich die Reihe auf jeden Fall weiter lesen. 
Das nächste Buch kommt aus dem Piper-Verlag und trägt den wunderbaren Titel "Fruchtfliegendompteur". Geschrieben hat es Christian 'Pokerbeats' Huber, der wohl zu den lustigsten Menschen der Welt gehört. Im Klappentext wird Jan Böhmermann mit den Worten zitiert: "Dieses Buch wird die Welt verändern. Oder sie einfach nur zum Lachen bringen". Ich bin der Überzeugung, dass "Fruchtfliegendompteur" tatsächlich die Welt verändern könnte, wenn es einfach jeder lesen würde aber bis dahin bleibt es eines der lustigsten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Dabei erzählt Christian eigentlich nur aus seinem Leben als mittelmäßiger Musikproduzent in Berlin aber er macht das so wunderbar und realitätsnah, das man sich in fast jeder Geschichte wieder erkennt und immer wieder lachend den Kopf schüttelt. Dieses Debüt gehört auf jeden Fall zu meinen Monatshighlights. 
Und wenn wir gerade schon bei Highlights sind, können wir auch direkt mit dem Auftakt der 'Bitter&Sweet' Reihe "Mystische Mächte" von Linea Harris weiter machen. Bei dieser Geschichte hatte ich von der ersten Seite dieses Gefühl. Das besondere Gefühl, das man nur hat, wenn man ein richtig gutes Buch vor sich hat und genauso war es. Die siebzehnjährige Jill erfährt aus heiterem Himmel von ihrer Tante, dass sie eine Hexe mit echten magischen Fähigkeiten ist und wenn das nicht schon genug wäre soll sie jetzt noch auf eine neue Schule gehen, um dort genau diese Kräfte weiter zu entwickeln. Die Schule heißt 'Winterfold' und liegt in einem riesigen Wald in England. Dort angekommen bemerkt Jill, dass sie keinesfalls eine ganz normale Hexe ist, wenn man überhaupt davon reden kann. Sie ist etwas Besonderes und deswegen ist sie auch die Einzige, die sich mit den dunklen Mächten, die Winterfold heim suchen, messen muss. Aber glücklicherweise hat sie Freunde an ihrer Seite, die alles für sie tun würden. Ein unfassbar totaler Anfang, ich war richtig begeistert. Die komplette Reihe erscheint übrigens auch bald im Piper Verlag, Teil eins macht nächstes Jahr den Anfang. Ich kann nur sagen, holt es euch! 
Ich, als bekennender 'The Walking Dead' Fan konnte natürlich nicht einfach an Laura Newmans neuen Werk "Another day in paradise" vorbei gehen. Wieder haben wir es hier mit dem Auftakt einer Serie zu tun und im Fokus der Geschichte steht der zerstörte Staat Texas in dem, nach einer schrecklichen Seuche, die sogenannten 'Deadheads' wüten. Das sind die Infizierten der Seuche, die nur noch eines im Sinn haben: 'Töten'! In dieser Welt treffen wir auf Naya und ihre Gruppe, die sich zu einem Militärstützpunkt an der Küste durchschlagen wollen, weil sie sich dort Hilfe und vielleicht sogar Rettung erhoffen. "Another day in paradise" hat alles, was man von einem spannenden und lesenswerten Roman erwartet: Action, eine Portion Gefühle, sehr viel Witz, was man anhand des Plots auch nicht wirklich hätte erwarten können und unerwartete Wendungen, die einen immer wieder begeistern. Auch hier bin ich wahnsinnig gespannt, wie es weiter geht. 
Das letzte Buch, das ich diesen Monat gelesen habe, kommt wieder aus dem Piper Verlag und hört auf den Namen "Zodiac". Geschrieben hat es Romina Russell, die anscheinend eine große Vorliebe für Astrologie hat. Im Mittelpunkt stehen nämlich die zwölf Tierkreiszeichen und eine Protagonistin, die in den Sternen die Zukunft sehen kann und eine Katastrophe für ihre Galaxie voraussagt. Aber vor allem präsentiert die Autorin in ihrem Reihenauftakt einen phänomenalen und neuen Weltenentwurf. Die Galaxie 'Zodiac' ist nicht nur riesengroß, sondern wahnsinnig interessant und vielschichtig. Das macht das Buch nicht unbedingt zu einer Geschichte 'für zwischendurch'. Nichtsdestotrotz konnte mich "Zodiac" komplett überzeugen und hinterlässt große Vorfreude auf den Nachfolger.
Und das waren sie schon, meine gelesenen Bücher für den Monat November. Ich habe nichts gelesen, was ich schlecht fand, sondern alle Bücher waren auf ihre ganz eigene Weise ein tolles Lesevergnügen. Ich bin schon wahnsinnig gespannt, was mich im kommenden Lesemonat erwartet. Genug Neuzugänge habe ich mir ja angeschafft, oder wie seht ihr das? 

Neuzugänge November :)


Montag, 30. November 2015

Romina Russell - Zodiac


Verlag: Ivi (Piper)
Seiten: 446
Erschienen: 09.November 2015
Preis: 16,99 Euro (Ebook: 12,99 Euro)





Hüte dich vor dem 13. Zeichen!

Die Galaxie 'Zodiac' besteht aus zwölf Planetenkonstellationen, die nach den Tierkreiszeichen benannt sind. Dabei haben die Bewohner der jeweiligen Häuser alle unterschiedliche Stärken: Im Haus Steinbock beispielsweise leben die weisesten Menschen, die Bewohner des Hauses Waage sind stets gerecht und die Krebs-Bewohner sind immer für ihre Familien da. 
Inmitten dieser Galaxie treffen wir auf die 16 jährige Rho, die auf einer Akademie ihre Ausbildung zu einer Zodai absolviert. Ihr besonderes Talent liegt in ihrem Blick in die Sterne, in denen sie die Zukunft lesen kann. Doch als sie eine riesige Katastrophe für ihr eigenes Haus und Heim Krebs voraussagt, glaubt ihr niemand, was sich als fataler Fehler herausstellt. Der Planet Krebs wird angegriffen und unzählige Menschen sterben dabei.
Rho und ihre Freunde müssen fliehen und stehen unter Schock. Sie selbst weiß nichts über das Schicksal ihres Vaters und Bruders. Zusätzlich zu dieser Bürde erkennt Rho schnell, dass der Angriff auf ihr Zuhause erst der Anfang einer furchbaren Serie ist. 
Ein uraltes Monster, das längst vergessen schien, ist erwacht und sinnt auf Rache. Und die Einzige, die die Galaxie retten kann, ist Rho...

Romina Russell ist mit dem Auftakt ihrer Zodiac-Reihe ein fantastischer und neuer Weltenentwurf gelungen. Die Galaxie Zodiac ist so vielschichtig und wundervoll beschrieben, das man der Autorin eigentlich nur applaudieren kann. 
Und genau diese Vielschichtigkeit bringt mich zu der Feststellung, dass dieses Buch keinesfalls ein Buch "für zwischendurch" ist. Man muss sich in Zodiac richtig hineindenken, die Galaxie ist an vielen Stellen sehr komplex aufgebaut, was dazu führt, dass man manche Zeilen auch schon zweimal lesen muss, um der Handlung folgen zu können. Aber das ist gewiss kein negativer Aspekt der Geschichte.
Ich habe mir Zeit genommen für das Buch und war schnell in der Story verankert. Dabei habe ich Rho kennen gelernt, die mir anfangs wie ein liebes, zurückhaltendes Mädchen vorgekommen ist und es sicherlich auch war bis ihr die Aufgabe zugekommen ist Zodiac zu retten und die meist sturen und engstirnigen Bewohner der Galaxie zu überzeugen, dass die Gefahr, in der sie schweben, real ist. Das ist die meiste Zeit kein allzu leichter Job für Rho, die zudem noch mit dem Ungewissen kämpft, was mit ihrer Familie passiert ist. Unter diesen Umständen ist es nur fast logisch, dass sie die größte und beeindruckendste Entwicklung der Protagonisten durchläuft. Vom schüchternen Mädchen wird sie zu einer mutigen und starken Frau, die alles dafür tut, um die Menschen zu retten. 
Begleitet wird Rho dabei von Mathias und Hysan, die beide ebenfalls einen wichtigen Stellenwert in der Geschichte einnehmen. Von Mathias weiß man eigentlich nie, was man halten soll. Anfangs fand ich ihn sehr sympathisch doch zwischendurch musste ich bei einigen Aussagen von ihm die Augen verdrehen. Gerade deswegen hat ihm auch schnell Hysan den Rang abgelaufen, der durch seine offene, witzige und freundliche Art überzeugen konnte. Außerdem und das habe ich wohl am meisten an ihm bewundert, zweifelt er keine Sekunde an Rho und hält ihr die Treue. Die Dreiecksgeschichte, die sich daraus ergibt, verleiht der ohnehin schon clever konstruierten Handlung noch einmal Schwung.
Die wunderbaren Protagonisten gepaart mit dem phänomenalen Weltenentwurf von Zodiac machen Romina Russells Buch zu einem fulminanten und actionreichen Auftakt ihrer Serie. 
Ich bin schon wahnsinnig gespannt, wie es weiter geht. 

Donnerstag, 26. November 2015

Laura Newman - Another day in paradise




Verlag: Books on Demand 
Seiten: 345
Erschienen: 02. Oktober 2015
Preis: 11.99 Euro (Taschenbuch), 20.49 Euro (Gebundene Ausgabe), 2.99 Euro (Ebook)









Eine mysteriöse und furchtbare Krankheit hat den gesamten Staat Texas lahm gelegt. Die Infizierten verwandeln sich nach kurzer Zeit in rasende Bestien, die nur eines im Sinn haben: Töten!
In dieser fast schon postapokalyptischen Welt treffen wir auf Naya und ihre Gruppe Sam, Summer und Gadget. Sie sind auf dem Weg zu einem Militärstützpunkt an der Küste, weil sie sich dort Hilfe und vielleicht sogar Rettung versprechen. Bald schließen sich ihnen noch die ehemalige Lehrerin Miss Jones, der jüngere Billy und Jaze an.
Relativ schnell bemerkt Naya, dass sie, obwohl sie sich in einer mit Deadheads (so nennt die Gruppe die blutrünstigen Infizierten) überbevölkerten Welt wieder gefunden hat, in der sie jeden Tag ums Überleben kämpfen muss und quasi jeder der Nächste sein kann, Gefühle für den coolen Jaze entwickelt. 
Als die Gruppe schließlich den Militärstützpunkt erreicht, bietet sich ihnen nicht nur ein völlig unerwartetes Bild, sondern sie erfahren schon bald etwas Unglaubliches. Etwas, das sie an dem wenigen, woran sie noch glauben und woran sich die Gruppe festhält, zweifeln lassen...

Alle 'The Walking Dead' Anhänger und Fans dystopischer Welten mit einer gehörigen Portion blutrünstiger Wahnsinniger aufgepasst! An dem neuen Werk von Laura Newman, der zugleich Auftakt einer Reihe ist, führt kein Weg vorbei!
Mit unfassbar tollen Charakteren, die alles können: Kämpfen, cool, witzig und schlagfertig sein, Klischees bedienen und denen immer am Ende eines am Wichtigsten ist: Die Gruppe, hat Laura Newman eine spannende, gut konstruierte, an vielen Stellen überaus witzige und sehr lesenswerte Story erschaffen.
Mir waren die Protagonisten sofort sympathisch, einfach auch deshalb, weil man ihren unbändigen Mut bewundert, der ihnen angesichts von Tod und Zerstörung in ihrem jungen Leben nicht abhanden gekommen ist. Sie finden immer wieder einen neuen Grund, um nicht aufzugeben. Zudem legen sie in ihrem neu angelegten Tagesablauf eine so beeindruckende Routine und fast schon Lockerheit an den Tag, dass man sich auch häufig Gedanken darüber macht, wie man sich selbst in so einer Situation verhalten würde. Ich komme bei mir zu dem Ergebnis, dass ich sehr wahrscheinlich ein unerträglicher Angsthase sein würde mit dem keine Gruppe gerne unterwegs wäre. 
Aber vielleicht wäre das ja wirklich alles eine Frage der Routine. 
In dem Buch von Laura Newman mit dem schon leicht ironisch angehauchten Titel "Another day in paradise" treffen wir überdies auch auf einige Ironien und klischeebehaftete Situationen, beispielsweise auf die Figur des 'Jaze', der coole, gut aussehende Held, der immer einen coolen Spruch auf den Lippen hat und den Eindruck macht, als wäre das alles lediglich ein großes Abenteuer und würde ihn nicht im Mindesten emotional belasten. 
Ich bin der Meinung, dass das bewusst in die Story hineingearbeitet wurde. "Another day in paradise" gibt den Anschein, als hätten wir es hier mit einer weiteren Zombie-Geschichte zu tun, um den Leser dann von einem auf den anderen Moment komplett zu verblüffen.
So war es zumindest bei mir, die ich diesen ersten Teil großartig fand und wirklich nur jedem empfehlen kann sich ebenfalls in dieses Abenteuer (zumindest würde Jaze es so ausdrücken) zu stürzen. 
Ihr werdet es nicht bereuen!
Ich freue mich wahnsinnig auf die Fortsetzung! 

Linea Harris - Bitter & Sweet - Mystische Mächte


Verlag: Create Space Independent Publishing Platform
Seiten: 328
Erschienen: 23. Juni 2014
Preis: 10,50 Euro (Ebook: 3,50 Euro)




Plötzlich Hexe und Schülerin an einer magischen Schule! 


Die 17 jährige Jillian hält sich für einen zwar etwas zurückhaltenden aber eigentlich ganz normalen Teenager, bis ihre Tante Am, bei der sie lebt, ihr an ihrem Geburtstag eröffnet, dass sie eine Hexe ist. Von jetzt an soll sie eine Schule, die sogenannte Winterfold-Akademie, besuchen, damit sie dort ihre magischen Fähigkeiten entdecken und ausbilden kann. 
Jills Gefühle schwanken zwischen Neugier und Angst. Angst, weil das eher introvertierte Mädchen nicht weiß, was sie in Winterfold erwartet und sie die Befürchtung hat, dass sie dort keinen Anschluss finden würde und Neugier, weil sie mehr über ihr Hexendasein erfahren will. 
Bereits auf dem Weg nach Winterfold erkennt Jill - glücklicherweise - schnell, dass ihre Angst keinen Anschluss zu finden unbegründet war denn sie lernt Ally kennen, die schnell ihre erste beste Freundin überhaupt wird. Auch der clevere Derek schließt sich den beiden schnell an und zusammen erkunden sie ihre neue Schule. 
Doch schnell merkt Jill, dass sie etwas Besonderes ist, nicht nur, was ihre magischen Fähigkeiten betrifft, sondern auch ihre Vergangenheit. Und während sich Jill auf die Spur dieser begibt, muss sie gleichzeitig mit ihren aufkeimenden Gefühlen gegenüber einem Vampir, namens Ryan, klar kommen und außerdem die Schule von dunklen Machenschaften befreien.
Ganz schön viel für eine Hexe im ersten Jahr aber zum Glück hat sie ihre neue Freunde an ihrer Seite. 

Der erste Teil der Bitter & Sweet-Reihe "Mystische Mächte" von Linea Harris gehört zu den Geschichten, die mich vom ersten Moment begeistert haben. Sofort hat mich die Handlung, um die junge Hexe Jill, gepackt und ich hatte, während des Lesens, immer dieses 'gute Gefühl', das sich bei mir meistens dann zeigt, wenn ich eine richtig gute Geschichte zu lesen bekomme. Und dass "Mystische Mächte" ein wahnsinnig toller Auftakt der Bitter & Sweet-Trilogie ist, steht außer Frage. 
Auf ihren etwas holprigen Weg in ihr Hexendasein begleiten wir Jill, als sie an ihrem Geburtstag erfährt, dass sie eine Hexe ist und damit - verständlicherweise - erst einmal komplett überfordert ist. Dabei war Jill mir sofort sympathisch. Ihre Neugier und auch ihre Angst konnte ich komplett nachvollziehen und war dann genauso gespannt wie sie, was uns in Winterfold erwarten würde. Das war auch das Besondere und Wunderbare an Linea Harris Schreibstil, der so gestaltet ist, dass man, als Leser, immer das Gefühl hat zusammen mit Jill, Derek und Ally durch die Gänge und Wege Wintefolds zu ziehen. Es war, als hätte man ein paar gute Freunde gefunden mit denen man nun ein Abenteuer erleben wollte und so war es dann auch. 
Vor der beeindruckenden Kulisse Winterfolds, das mit seinen Gängen und Räumen immer wieder das Gefühl gibt in ein anderes Jahrhundert gestolpert zu sein, spielt eine wirklich unglaublich tolle Fantasy-Geschichte, die alles hat, was sich Liebhaber dieses Genres wünschen: Vampire, Werwölfe, Dämonen und eine unglaublich tolle Protagonistin mit einer tollen Entwicklung und mit wunderbaren Freunden, die sich allen entgegen stellen, was ihnen eigentlich im ersten Jahr auf einer magischen Schule nicht begegnen sollte.
Natürlich zieht man da Parallelen zu Harry Potter und diese sind durchaus existent aber trotzdem ist "Bitter & Sweet- Mystische Mächte" am Ende doch anders. Anders und wirklich lesenswert. 

Winterfold wartet! Macht euch auf dem Weg! 

Freitag, 20. November 2015

Francesca Haig - Das Feuerzeichen







Verlag: Heyne fliegt
Seiten: 479
Erschienen: 26. Oktober 2015
Preis: 16.99 Euro (Ebook: 13.99 Euro)










Als Zwillinge geboren,

zu Todfeinden erzogen...


In ferner Zukunft in einer Welt, die nach einer riesigen Explosion fast vollkommen zerstört ist, leben die Geschwister Cass und Zach. Seit der Katastrophen gab es nur Zwillingsgeburten wie auch bei den beiden. 
Eine weitere Besonderheit bei allen Zwillingspärchen ist die Tatsache, dass keiner ohne den anderen überleben kann. Wird ein Zwilling verletzt oder krank, spürt es der andere auch wenn er hunderte Kilometer weit entfernt ist. Stirbt der eine Teil, ist das auch das Ende des anderen. 
In Cass und Zach's Welt herrschen die Alphas, das sind die perfekten Zwillinge, die ihre Geschwister, die Omegas, die meistens irgendein Makel am Körper haben, verstoßen und unterdrücken. 
Cass ist eine Omega aber sie ist besonders. Lange Zeit konnte sie ihr Omegadasein verschweigen, da sie keine Makel an ihrem Körper trägt denn Cass ist eine Seherin. Als ihr Bruder Zach sie einsperrt, um sie unter Kontrolle zu halten, muss Cass einsehen, dass die einzige Möglichkeit ihre Freiheit zu erlangen, es ist, zu kämpfen und zwar gegen ihren größten Feind... ihren eigenen Bruder...

Wir alle kennen mittlerweile die 'typische' dystopische Welt nach einer großen Katastrophe oder irgendeiner Krankheit aber Francesca Haig hat mit dem ersten Teil ihrer Trilogie doch etwas ganz Neues geschaffen.
Mit der Idee der ausschließlichen Zwillingsgeburten und der Prämisse, dass der eine ohne den anderen nicht überleben kann, betritt der Leser ein nervenaufreibendes Terrain. Cass will fliehen und sich der Omega-Rebellion anschließen. Die Alphas gehen mit der Unterdrückung zu weit, tausende Omegas leiden extremen Hunger und werden teilweise gefoltert, damit ist der Revolutionsgedanke komplett. Es muss sich etwas ändern und da man das mit den Alphas schon lange nicht mehr mit Worten machen kann, muss es auch mit Gewalt sein. Aber genau hier ist der Knackpunkt.
Jedes Mal, wenn ein Alpha von der Rebellion getötet wird, stirbt ein Omega quasi aus den "eigenen Reihen". Und somit ist ein Gewissenskonflikt beim Leser durchaus vorhanden. Natürlich ist da Cass, die Heldin und Protagonistin, die etwas Besonderes ist und auch in diesen Rebelliongsgedanken hinein passt, was sie dann aber schlussendlich genau tun soll, um die Omegas aus der Unterdrückung der Alphas zu befreien, das bleibt dann doch vage und man rätselt permanent über die Möglichkeiten, die der Gruppe bleiben. 
Auch die dystopische Welt, in der "Die Feuerprobe" spielt, bleibt mysteriös. Sie scheint zum großen Teil von den Menschen noch nicht erforscht worden zu sein. Viele Orte werden, während der Lektüre, neu entdeckt aber es scheint noch viel mehr dort draußen zu geben.
Genau diese nur vagen Andeutungen und der bereits genannte Rebellion-Zwiespalt, der den Leser nach einem etwas holprigen und an einigen Stellen langatmigen Beginn plötzlich überfällt, macht die Geschichte dann aber wahnsinnig interessant und spannend.
Cass, als Hauptfigur, macht einen sympathischen und mutigen Eindruck. Oft ist sie eine Heldin, wie sie im Buche steht und auch die Nebenfiguren hat man sehr schnell in die Geschichte integriert, so dass sie einfach dazugehören. Sogar die Figur der Beichtmutter, die mit jeder gelesenen Seite das unheimliche Bild der 'bösen Hexe' ausfüllt und die mit jedem Mal, wenn sie in der Handlung auftaucht ein beklemmendes Gefühl beim Leser hinterlässt. 
Diese ganzen alten aber vor allem neuen Elemente verpassen der Handlung gerade in der Mitte des Buches so viel Schwung, das "Die Feuerprobe" zu einem viel versprechenden Auftakt einer neuen Dystopie-Trilogie macht. 
Ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht.