Donnerstag, 16. Februar 2017

Blogtour "Wir fliegen, wenn wir fallen" von Ava Reed

Hallo und Herzlich Willkommen zum vierten Tag der Blogtour zu Ava Reeds wundervollem neuen Roman "Wir fliegen, wenn wir fallen".
Das Buch erscheint am Freitag, den 17. Februar (also morgen!) im Ueberreuter Verlag und am Ende meines Beitrages bekommt ihr noch eine etwas andere Rezension von mir zu lesen.

Aber erst einmal geht es um die Blogtour, und das Thema ist anders. Die ganze Tour ist anders. Denn wir, also meine neun Bloggerkolleginnen und ich, verraten euch unsere Herzenswünsche. Wer schon dran war und wer noch dran kommt, verrate ich euch ebenfalls noch in diesem Beitrag, aber nun geht es erst einmal um:

Mein Herzenswunsch


Der Herzenswunsch eines Menschen kann recht persönliche Züge annehmen. In meinem Fall kann ich euch aber beruhigen. Mein Herzenswunsch ist fast schon sooft gesagt worden, dass ihm eine gewisse Langeweile anhaftet. Aber was soll ich sagen?
Es ist schwer diese tiefe Sehnsucht neue Länder und Orte zu entdecken, die in einem schlummert, einfach auszuschalten, um euch jetzt zu erzählen, dass es schon immer mein Traum war aus einem Flugzeug mit einem Fallschirm abzuspringen, nur weil es cooler klingt. Mal abgesehen davon, wäre das meine persönliche Hölle. Im Flugzeug fliegen? Kein Problem. Aber einfach rauszuspringen mit nichts als einem Rucksack auf den Schultern? Bitte nicht!
Aber kommen wir zurück zum Reisefieber. Ohne diese Abenteuerlust neue Orte zu entdecken, hätte Kolumbus beispielsweise vor sehr langer Zeit Amerika nicht entdeckt. Diese Sehnsucht ist also schon sehr lange tief in uns Menschen verankert. Und das ist auch gut so.
Ich mache so viele Dinge an anderen neuen und fremden Orten einfach lieber. Stellt euch vor, es wären 30 Grad, ihr zieht los und findet irgendwann einen kleinen Strandabschnitt, den vielleicht nur eine Handvoll Leute kennen und 
während das kristallklare Wasser um eure Füße fließt, packt ihr den Liegestuhl aus, setzt die Sonnenbrille auf und öffnet "Wir fliegen, wenn wir fallen", lest es an einem Stück durch (Glaubt mir, es geht fast nicht anders), um euch danach von der sanften Brandung im Hintergrund in ein kleines Schläfchen wiegen zu lassen. So etwas funktioniert auf einem Balkon einfach nicht, schon gar nicht, wenn der eine Nachbar laut Helene Fischer hört und der andere Nachbar daraufhin quer über den Hof schreit: "Wenn du das Gejaule nicht gleich aus machst, mach ich es!"
Oder stellt euch vor, ihr läuft durch die Gassen von Rom, ganz verzaubert von dieser wunderschönen Stadt und werdet plötzlich von einem Sommerregen überrascht. Während man wahrscheinlich zuhause genervt das Weite gesucht hätte, fängt man hier an lachend durch den Regen zu tanzen, um aus der ganzen Sache eine Musical-Nummer zu machen, um dann natürlich in einer versteckten Seitengasse ein bezauberndes, kleines Restaurant zu entdecken. Den Rest des Regenschauers verbringt man dann bei Pizza, Pasta und Wein. 
Endlich einmal Paris besuchen, um sich die Stadt anzusehen, aber in Wahrheit die ganze Zeit das Künstlerviertel Montmartre erkunden. Dabei verträumt in einem kleinen Café sitzen, sich das Paris der zwanziger Jahre vorstellen, um sich wenigstens nur ganz kurz wie Fitzgerald oder Hemingway zu fühlen. Und dann endlich diesen kleinen Buchladen in Paris besuchen "Shakespeare and Company", der so eine lange und bedeutende Geschichte hat, dass es sogar eigene Bücher über ihn gibt. Eines befindet sich, seit kurzem, in meinem Besitz und so kann ich wenigstens schon einmal gedanklich diesen ganz besonderen Ort, vor allem für uns Bücherliebhaber, besuchen. 
Und dann gibt es ihn natürlich. 
Diesen einen besonderen Ort. 
Der Platz auf der Welt, der auf deiner ziemlich langen Reiseliste immer auf Platz eins stehen wird. Möglicherweise finden das manche Leute albern, dass es ausgerechnet bei mir dieser Ort ist, aber das ist mir egal. 
Harry Potter ist für mich so viel mehr als nur eine Geschichte. Mit Harry sind so viele Erinnerungen verbunden, dass sie mittlerweile ebenfalls ein ganzes Buch füllen können. Ich bin mit den Büchern aufgewachsen, jedes Schuljahr war ich so alt wie Harry und natürlich habe ich, wie viele andere, insgeheim auch auf meinen Hogwarts Brief gewartet. 

Ich habe, als Elfjährige, sogar selbst Geschichten geschrieben, die in Hogwarts spielen und mich hineingeschrieben, damit ich wenigstens so dabei sein konnte. Okay, vielleicht gab es nun doch ein persönliches Geständnis. Und heute gibt es doch tatsächlich diesen Ort, der es wenigstens für eine Zeit lang wahr machen könnte. Fahren mit dem Hogwarts-Express, durch die Gassen von Hogsmeade laufen, seinen Zauberstab bei 'Ollivanders' kaufen und dann endlich den Ort besuchen, der in den letzten Jahren eine Art zweites Zuhause geworden ist: Schloss Hogwarts. 
Im Harry Potter-Themenpark in Orlando hat man die Möglichkeit sich Kindheitswünsche zu erfüllen, die bis ins Erwachsenenalter angehalten haben. Hier hat man die Gelegenheit Erinnerungen wieder aufleben zu lassen, und es einmal wahr zu machen: sich fühlen wie ein echter Hogwarts Schüler. Und auch wenn das nicht echt, sondern nur eine Illusion ist, will ich mir das trotzdem nicht nehmen lassen. Weil es meine eigenen persönlichen Wünsche und Erinnerungen sind, die sich dort für einen Moment erfüllen. Und wenn das jemand albern findet, soll er das gerne tun. Ich werde währenddessen gemütlich bei einem Butterbier sitzen und drüber lächeln. 

"Wenn du dieses Buch jetzt liest, wirst du die Geschichte auf eine bestimme Art lesen und verstehen. Wenn du das Buch in zwanzig Jahren wieder liest, wirst du das Buch sehr wahrscheinlich auf eine andere Art und Weise lesen, du wirst das Geschriebene vielleicht anders verstehen und deuten, aber das Wichtigste: Du wirst dich immer daran erinnern, wie und wo du es zuvor gelesen hast. Du schlägst dann nicht einfach nur dieses Buch auf, sondern auch Erinnerungen."
(Aus "Wir fliegen, wenn wir fallen")


Gewinnspiel

Natürlich gibt es bei unserer Blogtour auch etwas zu gewinnen. Ihr könnt ein Exemplar von "Wir fliegen, wenn wir fallen" ergattern, plus noch ein paar Goodies dazu, wenn ihr folgende Frage in den Kommentaren beantwortet:
Was ist euer größter Herzenswunsch? 




Teilnahmebedingungen:
Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschl
and, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
Das Gewinnspiel endet am 23.2.2017 um 23:59 Uhr

Und das sind die vergangenen und kommenden Herzenswünsche meiner Bloggerkolleginnen:
13.02 Lovin Books
15.02 Bookaholic.
16.02 Bei mir :)
19.02 Leselurch

Rezension


Verlag: Ueberreuter
Seiten: 303
Erschienen: 17. Februar 2017
Preis: 16.95 Euro (Ebook: 14.99 Euro)











"Unsere Welt besteht aus vielen kleinen Wundern, wir nehmen uns nur zu selten Zeit für sie."

Eine Liste mit zehn Wünschen.
Ein letzter Wille.
Und zwei, die ihn gemeinsam erfüllen sollen.
Yara und Noel treffen aus dem wohl traurigsten Grund aufeinander. Phil, Noels Großvater und Yaras engster und besonderer Freund, stirbt. Doch er hinterlässt den beiden eine Liste mit zehn Wünschen, die sie erfüllen sollen. Einzige Bedingung: Die beiden sollen die Liste zusammen abarbeiten. Das ist zunächst ein riesiger Schock für Yara und Noel, da sie sich vom ersten Moment an nicht ausstehen können. Nur widerwillig und einzig aus Liebe zu Phil, willigen sie schließlich ein. Plötzlich beginnt eine verrückte Reise quer über den Kontinent. Egal, ob Schweden, Irland oder der Regenwald, Phil scheint wirklich an alles gedacht zu haben. Doch Yara und Noel sehen nicht nur einiges auf ihrem Trip, sondern lernen auch etwas. Etwas Wichtiges. Man kann der Vergangenheit nicht davon laufen, egal wie weit man von ihr flieht. Und es ist immer besser sich ihr zu stellen, zur Not auch zu zweit...

Liebe Yara, lieber Noel, 
erst einmal möchte ich euch danken. Ich möchte euch für euren Mut danken, ohne lange nachzudenken und ohne zu hinterfragen, diese Liste erfüllen zu wollen. Es gehört einiges an Kühnheit dazu einfach mit einem fremden Menschen in ein Flugzeug zu steigen und einmal um die halbe Welt zu fliegen. Noch mehr Stärke beweist es, das mit den Geistern eurer beiden Vergangenheiten zu tun. Aber so fremd wart ihr euch am Anfang nicht, zumindest nicht in dem Ausmaß, wie ihr geglaubt habt. Euch hat eure Liebe zu Phil vereint, und die war so groß, dass ihr alle Zweifel über Bord geworfen habt, um wohl die wichtigste Reise eures Lebens anzutreten. Nur in der Hoffnung, dass es dem alten Mann dort oben irgendwo ein Lächeln entlockt. Ich glaube, ihr habt noch viel mehr geschafft, ich glaube, dass ihr ihn sehr stolz gemacht habt.
Ich fand es wundervoll bei eurer Reise dabei sein zu dürfen, quasi als blinder Passagier. Es war interessant und schön zu beobachten, wie eure Schöpferin, Ava Reed, in ihrem, wieder einmal, einzigartigen Schreibstil, das zarte Pflänzchen eurer gemeinsamen Verbindung immer mehr zum Wachsen gebracht hat, bis es so stark wurde, dass nicht einmal die stärkste Palme aus dem Regenwald etwas dagegen auszurichten hatte. 
Aber am Eindrucksvollsten war es dabei sein zu dürfen, wie ihr euch immer wieder gegenseitig Halt geben konntet, um euch den schweren Schatten eurer Vergangenheiten zu stellen. Und Phil war doch auch irgendwie dabei, oder? Er schien, als zweiter blinder Passagier, immer daneben zu stehen, um dir, Noel, einen Klaps auf den Hinterkopf zu geben, wenn du mal wieder etwas absolut Unpassendes gesagt hast, oder dich, Yara, in die richtige Richtung zu lenken, wenn du den Mut dazu nicht fandest, obwohl du doch eigentlich so stark bist, Yara. Ihr beide. Ihr habt die Kraft euch gegenseitig zu retten, und ich glaube, genau das wusste Phil. 
Natürlich wollte ich euch noch für ein paar andere Dinge danken. Ihr habt mich sooft zum Lachen gebracht. Egal, ob ihr euch gegenseitig angezickt habt oder Noel seine eigentlich unlustigen Witze gemacht hat. Obwohl du dein Lächeln nicht zeigen wolltest, Yara, konnte ich es schon fast zwischen den Zeilen herauslesen. Mach dir nicht daraus, ich hätte es auch nicht verbergen können. Auch die richtige Portion Drama ist bei eurer Reise nicht zu kurz gekommen, und hat mich des öfteren die Hand vor den Mund schlagen lassen. 
Und dann sind da natürlich noch die Schauplätze eurer Reise, wobei ich hier das Kompliment wieder an Ava Reed richten muss. Sie hat die Orte, die ihr besucht habt, auf eine so intensive Art und Weise beschrieben, dass sie nicht nur mein Fernweh geweckt, sondern mich so weit gebracht hat, dass ich die Grillen und die Hitze im Regenwald fast hören und spüren konnte.
Möglicherweise hat mich eure Geschichte auch dazu gebracht, diese kleinen Wunder, die ihr auf der Reise erleben durftet, nun auch in meinem Leben zu suchen und sie bewusster wahrzunehmen. Und ich war zwar noch nie der Typ für 'To-Do Listen', aber die folgende Liste werde ich so vielen Menschen wie möglich in die Hände drücken, so dass ihr noch viel mehr blinde Passagiere auf eure Reise mitnehmen könnt. Es lohnt sich nämlich.

1. "Wir fliegen, wenn wir fallen" kaufen.
2. "Wir fliegen, wenn wir fallen" lesen.
3. "Wir fliegen, wenn wir fallen" lieben. 

Liebste Grüße, 
eure Lisa. 

Donnerstag, 9. Februar 2017

Martin Suter - Elefant






Verlag: Diogenes 
Seiten: 352
Erschienen: 18. Januar 2017
Preis: 24.00 Euro (Ebook: 20.99 Euro)







Der Obdachlose Schoch kann seinen Augen kaum trauen, als er in der Höhle, die er zu seinem Schlafplatz auserkoren hat, plötzlich einen lebendigen kleinen rosa Elefanten entdeckt. Möglicherweise hat er doch mal wieder einen über den Durst getrunken? 
Doch das kleine rosa Wunder ist echt und kurzerhand entschließt sich Schoch den Elefanten in seine Obhut zu nehmen. Doch wo kommt das Geschöpf eigentlich her? Und wie ist es entstanden? 
Diese elementaren Fragen kann der Genforscher Roux beantworten. Doch dieser interessiert sich viel mehr dafür den Elefanten zu einer weltweiten Sensation zu machen. Glücklicherweise gibt es da noch den burmesischen Elefantenflüsterer Kaung, der die Geburt des Tieres begleitet hat und der die feste Überzeugung vertritt, dass etwas so Besonderes versteckt und beschützt werden müsste...

Martin Suter gehört zweifellos zu den Autoren, deren Werke sehr lange vor Veröffentlichungstermin auf meiner Wunschliste stehen. So natürlich auch sein neustes Buch "Elefant", dessen Klappentext mich sehr neugierig auf die Geschichte gemacht hat. Und ich wurde, wie erwartet, nicht enttäuscht. 
Das Buch enthält eine traurige aber zugleich zauberhafte und wunderschöne Geschichte mit einer Vielzahl von Charakteren, die so intensiv ausgearbeitet wurden, dass sie noch sehr lange, nach dem Lesen der letzten Seite, nachwirken. Aber der absolute Star der Story ist natürlich der kleine rosafarbene Elefant. Obwohl dieser allein durch seine Anwesenheit in der Handlung mir immer wieder ein kleines Lächeln entlocken konnte, wirkte er doch viel mehr als Symbol. Und da Symbole, bekannterweise, immer für etwas stehen, leuchtet dieser kleine Hauptakteur nicht nur im Dunkeln, wie man es an vielen Stellen in der Handlung immer wieder lesen konnte, sondern auch als Hoffnungsträger für fast alle Charaktere im Buch ihr Leben wieder in die richtigen Bahnen zu lenken, oder zumindest ein kleines bisschen schöner zu machen. 
Da wäre, beispielsweise, der Obdachlose Schoch, der sich die letzten Jahre eingeredet hat, dass er genau das Leben führt, das er auch führen möchte und dass er frei von allen Zwängen wäre, die ihm ein anderes Leben auferlegen würde. Oder die Tierärztin Valerie, die Angst davor zu haben scheint aus alten und gewohnten Mustern auszubrechen, um neue Dinge zu erleben. Diesen, und noch einigen anderen Figuren in der Geschichte, zeigt der kleine rosa Elefant, dass es eben auch anders gehen kann. Dass sie plötzlich und unerwartet Erfüllung in ihrem Leben finden können und Menschen begegnen, die ihnen möglicherweise anders nie begegnet wären.
Dass ausgerechnet dieses kleine Wunder, das die Menschen um sich herum verzaubert, dem unsympathischen Genforscher Roux in die Hände fallen soll, der es aber erschaffen hat, stellt einen Bezug zu der Kontroverse dar, die bereits seit einiger Zeit in der Realität geführt wird. Die Gentechnik hat so viele Befürworter, wie auch Gegner. Martin Suter vereint beide Parteien in seinem Buch. Dass die eigentlichen Gegner der Gentechnik dann allerdings das Resultat eines Genexperimentes so vehement beschützen, ist gleichwohl ironisch, als auch herzerwärmend. Denn der kleine Elefant hat auch mein Herz im Sturm erobert und ich habe mich des öfteren dabei ertappt, wie ich die Figuren schon fast angefeuert habe den kleinen Kerl bloß schnell in Sicherheit zu bringen und ihn zu beschützen.
"Elefant" ist somit eine besondere und vielseitige Geschichte geworden. Ein Buch, das eine Vielzahl von Elementen vereint: Wissenschaft und damit einen Realitätsbezug, aber vor allem Hoffnung. Hoffnung, dass das Leben schöner werden kann, auch wenn man nicht mehr damit rechnet und dass sich Menschen begegnen können, die sich normalerweise nicht einmal gegenseitig wahrgenommen hätten, wenn da nicht dieser kleine rosa Elefant gewesen wäre. 

Sonntag, 5. Februar 2017

Lesemonat Januar

Herzlich Willkommen zu meinem Lesemonat Januar.
Im vergangenen Monat habe ich elf Bücher gelesen, dieses Mal war kein Ebook dabei. Insgesamt waren es 4807 Seiten.
Das waren die Fakten, jetzt gehen wir ins Detail.
Beginnen wir mit dem wohl verrücktesten Buch aus dem Januar und auch aus der letzten Zeit. "Moonatics" von Arne Ahlert spielt in der Zukunft. In einer Zukunft, in der ein Entspannungsurlaub auf dem Mond keine Science Fiction mehr ist.Und obwohl, während des Urlaubs, des Protagonisten Dorian eigentlich nicht so viel passiert, passiert doch gleichzeitig so viel, dass ich ein paar Mal ungläubig zurückblättern musste, um nachzulesen, ob das gerade auch wirklich so passiert ist. Da das Buch aber doch einige Längen hatte, fiel es mir sehr schwer es im Nachhinein zu bewerten. Die Idee war sehr gut und die Umsetzung hat mir in großen Teilen gefallen. Besonders die Botschaft, die sich immer wieder zwischen den Seiten von "Moonatics" verbirgt, möchte ich auch noch einmal positiv hervorheben. Wer nun noch nicht ganz überzeugt ist, für den habe ich eine Rezension geschrieben. 
Weiter ging es im Januar mit dem Finale der Unsterblich-Trilogie von Julie Kagawa "Tor der Ewigkeit". Nachdem mich der zweite Teil im Sommer mit einem riesigen Cliffhanger wortwörtlich in der Luft hängen gelassen hat, konnte ich es kaum erwarten, dass es endlich weiter geht. Allie gehört immer noch zu meinen liebsten Buch-Heldinnen, auch wenn sie sich selbst wohl überhaupt nicht so bezeichnet hätte. Vor allem zu Beginn des Buches hat Allie, durch all die traumatischen Erlebnisse der Vergangenheit, eine komplette Wendung in ihrem Charakter durchgemacht. All die Werte und Regeln, an die sie sich immer halten wollte, um kein Monster zu sein, scheinen außer Kraft gesetzt. Insgesamt hat mir das Finale, wie die Vorgänger, sensationell gefallen. Julie Kagawa lässt ihre Leser wirklich nicht eine Minute zur Ruhe kommen. Auch hierzu habe ich eine Rezension geschrieben.
Das nächste Buch war endlich mal wieder ein englisches Buch. Von "Illuminae", aus der Feder von Amie Kaufman und Jay Kristoff, habe ich im Vorfeld schon einiges Positives gehört. Vor allem die Aufmachung des Buches sticht natürlich als Erstes ins Auge "Illuminae" ist keine gewöhnliche Geschichte, die in Kapitel unterteilt ist. Sie ist viel mehr Erzählbericht, Chat-Protokolle und andere Dinge, die das Lesen zu einer Abwechslung und die unheimlich Spaß machen. Auch die Handlung hat einiges zu bieten. Wir haben es mit einem spannenden Science-Fiction Abenteuer zu tun, das bis zur letzten Minute spannend bleibt und auch einiges verspricht für den zweiten Teil, den ich mir ganz sicher auch bald zulegen werde. Für Fans des Genres ist es fast schon ein Must-read. 
Es geht weiter mit dem dritten Teil einer Reihe, die mich schon im vergangenen Jahr begeistern konnte. "Die raunende Maske" ist ein Teil von der 'Lockwood & Co.' Serie von Jonathan Stroud und obwohl es eigentlich eine Jugendbuchreihe ist, habe ich, während des Lesens, doch schon einige Nerven lassen müssen. Der dritte Band war auf jeden Fall der bisher gruseligste von allen. Abgesehen davon ist aber alles wie gewohnt. Lucy, Lockwood und George ermitteln in diesem Fall aufgrund einer ganzen Geisterseuche. Überall in London häufen sich Erscheinungen und gefährliche Übergriffe und niemand weiß, wie es zu diesem auffälligen Geister-Chaos kommen konnte, geschweige denn, wie man es beenden kann. Aber die drei wären nicht so ein gutes Team, wenn sie nicht auch dafür einen Plan haben, auch wenn sie mehr als einmal in Gefahr geraten. 
Das nächste Buch aus dem Januar kommt von Amy Harmon und heißt "Für immer Blue". Auch von Blues Geschichte habe ich einiges Positives im Vorfeld gehört, und auch von der Autorin im Allgemeinen. Da war es natürlich höchste Zeit auch endlich ein Buch von Amy Harmon zu lesen. Am Anfang hatte ich doch dann einige Probleme in die Geschichte hineinzukommen, auch wohl deshalb, weil ich nicht wusste, wohin sie führen würde. Aber dann ganz langsam hat mich Blue immer mehr in ihren Bann gezogen. Ich war vor allem von ihrem Wesen und ihrer Art zu denken total fasziniert und habe mit ihr gehofft, dass ihre Geschichte gut ausgehen würde und sie doch ihren Platz im Leben finden wird. Ob das so gekommen ist und was für Dinge Blue noch so erlebt, das müsst ihr dann selbst nachlesen. Es lohnt sich auf jeden Fall. 
Weiter ging es im vergangenen Monat mit einer Überraschung, die mir der Loewe Verlag zu Weihnachten zukommen gelassen hat. "Young Elites- Die Gemeinschaft der Dolche", der erste Teil der Trilogie, von Marie Lu, stand schon seit Ewigkeiten auf meiner Wunschliste. Ich habe mich riesig gefreut, als ich dann die Post zu Weihnachten bekam und konnte es gar nicht erwarten loszulegen. Und ich wurde nicht enttäuscht. "Young Elites" kommt mit einer interessanten und frischen Idee einher und hat schon im ersten Teil einiges zu bieten. Eine Menge Abenteuer, vielseitige Charaktere und ein Epilog, der einiges für die Nachfolger verspricht, auf die ich mich jetzt schon sehr freue. Wer es noch etwas ausführlicher haben möchte, für den habe ich noch eine Rezension geschrieben. 
Kommen wir als Nächstes zu dem Debütroman von Lisa Heathfield "Hier musst du glücklich sein". Die Geschichte erzählt von der Protagonistin Pearl, die ihr ganzes Leben in einem großen Haus mitten in der Natur verbracht hat. Noch nie hat sie einen anderen Ort gesehen. Pearl lebt in einer Art sektenähnlichen Gemeinschaft, deren Anführer die Naturverbundenheit an erster Stelle stellt. Als die Gemeinschaft drei neue Mitglieder erhält, beginnen sich die Dinge langsam zu ändern. Pearl beginnt Dinge in Frage zu stellen, die sie vorher nie hinterfragt hat. "Hier musst du glücklich sein" ist eine spannende aber vor allem auch erschütternde Geschichte geworden. Auch hierzu habe ich eine Rezension geschrieben. 
Das nächste Buch aus dem Januar war im letzten Jahr für den Jugendliteraturpreis nominiert. "Das Fieber" von Makiia Lucier erzählt die Geschichte von einer jungen Frau, die im Jahre 1918 die Spanische Grippe miterlebt. Als Krankenschwester kümmert sie sich um die Kranken und versucht alles, um zu helfen. Dadurch wird auch ihr eigenes Schicksal beleuchtet. Aber vor allem die Verhältnisse zur Zeit der Epidemie, die so viele Menschenleben forderte, werden aufgezeigt. "Das Fieber" ist eine emotionale, traurige, aber auch höchst interessante Geschichte geworden. Eigentlich schleicht sich die Grippe langsam in das Leben der Protagonistin ein, fordert danach aber umso mehr. Ein gelungenes Buch, das ein trauriges Kapitel unserer Geschichte beleuchtet. 
Weiter ging es mit der Biografie von einer mehr als bewundernswerten Frau. Anne Siegel hat die Lebensgeschichte von Senora Gerta aufgeschrieben, einer jetzt hundertjährigen mutigen Frau, die im zweiten Weltkrieg mit einem Trick ihren Mann aus den Fängen der Nazis befreit hat. Das erst kürzlich getraute jüdische Ehepaar war schon fast auf den Weg in ein neues Leben, als Gertas Ehemann doch noch in Hamburg festgenommen wird. Doch Gerta will auf keinen Fall das Land ohne ihren Ehemann verlassen und fasst einen Plan. Mit ihren schauspielerischen Talenten trickst sie die Nazis aus und feierte kürzlich ihren 100. Geburtstag. Gerta lebt und arbeitet immer noch in Panama, der Ort, der ihr Zuflucht geboten hat. Eine mehr als beeindruckende Biografie über eine ganz besondere Frau. Unbedingt lesen!
Das vorletzte Buch aus dem Januar ist auch mein erstes Highlight des Jahres. Viel zu lange lag das Buch "Vincent" von Joey Goebel auf meinem Stapel ungelesener Bücher. Nachdem ich es nun endlich von ihm befreit habe, habe ich das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlungen. "Vincent" ist so viel. Es ist die traurige Geschichte eines jungen Mannes, es ist eine Anklage an unsere mediale Gesellschaft , viel mehr mittlerweile ein Ebenbild dieser, die überspitzt von Menschen erzählt, die alles tun würden, um erfolgreich zu sein. Schaltet den Fernseher ein, ihr werdet so viele Figuren, die man in "Vincent" findet, auch dort finden. Eine großartige Geschichte, eine wirklich großartige Geschichte, die wirklich jeder lesen sollte. 
Als Letztes kommt nun auch mein zweites Jahreshighlight in dem Lesemonat. "Ich gebe dir die Sonne" von Jandy Nelson ist eine wirklich wunderschöne Geschichte geworden. Sie handelt von den beiden Zwillingen Noah und Jude, die schon einige Schicksalsschläge in ihren jungen Leben verkraften mussten. Darunter hat vor allem ihre eigene Beziehung  gelitten. Besonders gefallen an der Geschichte hat mir der Schreibstil der Autorin. Er war so bildhaft und einfach wunderschön. Und auch die Erzählstruktur, mit der sie versetzt in zwei Zeitebenen die Geschichte der Zwillinge erzählt hat und die beide am Ende zusammengeführt werden. "Ich gebe dir die Sonne" ist eine wundervolle und besondere Geschichte geworden mit zwei außergewöhnlichen Protagonisten, die jede Seite wertvoll machen. Eine unbedingte Leseempfehlung! 

Das war er. 
Mein Lesemonat Januar. 
Direkt zwei Highlights waren dabei. Und jede Menge anderer toller Geschichten. 
Wie sah es bei euch aus? Kennt ihr schon eines der Bücher? 
Lasst es mich in den Kommentaren wissen. 

Eure Lisa. 

Steven James - Das tote Mädchen




Verlag: cbt
Seiten: 379
Erschienen: 09. Januar 2017
Preis: 9.99 Euro (Ebook: 8.99 Euro)









Daniel lebt das Leben eines typischen amerikanischen Teenagers in einer Kleinstadt. Er spielt im Football-Team seiner Schule und ist bei allen bekannt und beliebt. Doch dann bricht Daniels gewöhnliches Leben plötzlich ein, als seine Mitschülerin Emily auf tragische Art und Weise ums Leben kommt. Angeblich stürzte das junge Mädchen von einem Abhang in einen See und ertrank. 
Bei Emilys Beerdigung passiert dann das Unfassbare. Daniel erscheint der Geist seiner toten Mitschülerin und bittet ihn ihren Mörder zu suchen. Nachdem Daniel Nachforschungen anstellt, findet er schnell heraus, dass es einige Ungereimtheiten zum Tod von Emily gibt. 
Wurde sie wirklich ermordet?
Daniel setzt alles daran die Wahrheit herauszufinden, auch zu seinem eigenen Wohl, denn seine Visionen werden angsteinflößender und die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmt immer mehr...

Als ich den Klappentext von Steven James "Das tote Mädchen" las, habe ich mit einem waschechten Mystery-Thriller gerechnet. Tatsächlich ist das Buch aber mehr Thriller als Mystery und beinhaltet lediglich ein paar paranormale Effekte. Nun gut, sicherlich kann man aus dem Stoff auch einen guten Thriller schaffen und eine schlechte Geschichte ist "Das tote Mädchen" auch sicherlich nicht geworden, von der Handlung ausgehend bietet sie aber nicht viel Neues. 
Der Protagonist Daniel bildet hier die Brücke zwischen der Realität und der mystischen Ebene. Er wird vom Opfer selbst ausgewählt die Wahrheit über ihren kürzlichen Tod herauszufinden und gleichzeitig sein eigenes Leben wieder in die richtigen Bahnen zu lenken.
Besonders aufgefallen beim Lesen ist mir die Tatsache, dass einige Punkte in der Handlung nicht richtig zu Ende erzählt wurden und ich oft nicht wusste, warum diese dann überhaupt erwähnt wurden. Beispielsweise Daniels schwierige Beziehung zu seiner Mutter, die zu Beginn so wirkte, als wäre sie zu einem späteren Zeitpunkt der Handlung noch einmal von entscheidender Bedeutung, dann aber überhaupt nicht mehr erwähnt worden ist. Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass Emilys Geschichte noch ein bisschen ausführlicher behandelt worden wäre, da es doch an einigen Stellen so wirkte, als wäre sie ein interessanter Mensch gewesen. 
Somit hat "Das tote Mädchen" doch einen Teil des Potenzials, das durchaus in der Geschichte und in den Charakteren steckte, verschenkt. Es gab aber auch natürlich Dinge, die mir gefallen haben. Das wäre zum einen die Selbstreflexion des Protagonisten Daniel, der nach Emilys Tod und des Erscheinen ihres Geistes des öfteren seine Handlungen ihr gegenüber in Frage gestellt hat und darüber grübelt, ob er sie zu wenig wahrgenommen hat. Auch die Einbindung der paranormalen Effekte in die Handlung ist mir besonders positiv aufgefallen. 
So ist "Das tote Mädchen" von Steven James ein guter Thriller geworden, aus dem man aber durchaus hätte mehr machen können. Fans des Genres werden aber auf ihre Kosten kommen. 

Montag, 23. Januar 2017

Julie Kagawa - Unsterblich - Tor der Ewigkeit





Verlag: Heyne
Seiten: 495
Erschienen: 09. Januar 2017
Preis: 9.99 Euro (Ebook: 8.99 Euro)





Achtung!
Wer die beiden Vorgängerbände nicht gelesen hat, für den könnte die folgende Rezension Spoiler enthalten!

Allie ist am Boden zerstört. Der wahnsinnige Vampir Sarren hat ihr den wichtigsten Menschen in ihrem Leben genommen. Von nun an kümmert es sie nicht mehr sich den letzten Rest Menschlichkeit zu bewahren. Allie ist zwar ein Vampir, doch eigentlich wollte sie nie ein Monster sein. Doch nun hat sich alles verändert und Allies einziger Wunsch ist es, sich an Sarren zu rächen und ihn zu töten. 
Mit ihrem Schöpfer Kanin und ihrem Bruder im Blute Jackal, macht sie sich auf den Weg nach Eden, den eigentlich letzten sicheren Ort auf Erden. Doch schon allein der Weg dorthin birgt allerlei Gefahren und ein großes Geheimnis, das Allie endgültig zerstören könnte. Und dann wartet da noch Eden. Der Ort, an dem sich das Schicksal aller Vampire und Menschen entscheiden wird. Denn Sarren verfolgt einen teuflischen Plan, einen Plan, der den Weltuntergang bedeuten könnte...

Das große Finale der internationalen Bestsellersaga. 
Nachdem mich der zweite Teil der 'Unsterblich'-Trilogie "Tor der Nacht" im letzten Sommer mit einem unfassbaren Cliffhanger zurückgelassen hat, war es nun endlich soweit. Das Finale von Julie Kagawa's großartiger Vampirgeschichte "Unsterblich- Tor der Ewigkeit" erschien. 
Es war schon unheimlich, wie schnell ich mich wieder in Allies Welt zurechtgefunden habe. Gerade bei Nachfolgebänden hat man immer das Gefühl in die Handlung hineingeworfen zu werden, bei Julie Kagawa ist das nicht der Fall. Es ist viel mehr so, als hätten die Figuren nur darauf gewartet, dass man endlich das dritte Buch aufschlägt, damit es weitergehen kann. In Band drei treffen wir allerdings auf eine komplett veränderte Protagonistin. Allie zeichnete immer der Drang aus selbst nicht zum Monster werden zu wollen. Sie muss sich zwar vom Blut ernähren, doch sie achtete immer darauf keine unschuldige Menschen zu töten. Das hat sich nun geändert. Getrieben von ihrer nicht enden wollenden Trauer, wütet Allie schon fast rücksichtslos in ihrer Umgebung und will nur eines: Sarren töten. 
Allie ist für mich, auch im dritten Band, einer der interessantesten Charaktere, der mir in einem Buch je begegnet ist. Sie ist gleichzeitig mutig, stark und doch so leicht zu verletzen, auch wenn es nur innerlicher Schmerz ist. Als Vampir widersetzt sie sich dauernd ihrem natürlichen Instinkt und zwar Menschen zu jagen und sie hört niemals auf diejenigen zu beschützen, die sie liebt. Damit hat sie so großes Potenzial die gefährliche Welt, in der sie lebt, zu verändern. Davon ausgehend war es natürlich erst einmal eine Umstellung von der veränderten Allie zu lesen, doch ich konnte einfach nicht glauben, dass sie nun durch und durch böse sein soll. Ob ich Recht behalten sollte oder nicht, das lasse ich mal dahin gestellt. 
Auch die anderen Charaktere in Julie Kagawa's Geschichte haben mich wieder einmal gut unterhalten, auch wenn sie neben Allie immer ein bisschen verblassen. Kanin mimte mal wieder den unnahbaren Anführer, der immer einen größeren Plan zu verfolgen schien, den nur er kannte. Jackal, der böse Bruder im Blute von Allie, der aber eigentlich gar nicht so böse ist, brachte immer die richtige Portion Lockerheit in die Ereignisse und schaffte es so die eigentlich komplett ernste Mission der drei Vampire zu entschärfen. Und Sarren, der absolut wahnsinnige Vampir, der es sogar schafft Angst zu verbreiten, wenn er gar nicht wirklich da ist. 
Die Handlung ist, wie in den Vorgängern, mal wieder schlicht und ergreifend atemraubend. Julie Kagawa lässt ihre Leser, gerade zum Ende hin, nicht eine Sekunde zum Luft holen kommen. Obwohl ich das Ende in der Form sogar ein bisschen erwartet habe, war ich wieder einmal begeistert. 
Das Finale der 'Unsterblich'-Trilogie passt einfach. Es passt auf jeder Ebene. Es ist dramatisch, es ist traurig, es ist brutal und vor allem ist es unfassbar spannend. Eine großartige Reihe findet ihren würdigen Abschluss.   

Montag, 16. Januar 2017

Arne Ahlert - Moonatics





Verlag: Heyne 
Seiten: 573
Erschienen: 14. November 2016
Preis: 14.99 Euro (Ebook: 11.99 Euro)







Willkommen in der nahen Zukunft!
Darian Curtis ist ein Weltenbummler. Nirgendwo hält es ihn lange und er hat schon fast jedes Land auf der Welt bereist. Als ihn eine mysteriöse Einladung nach Italien führt und er dort erfährt, dass ihm ein beträchtliches Erbe hinterlassen wurde, entscheidet sich Darian die Erde hinter sich zu lassen und sich einen lang gehegten Traum zu erfüllen. Urlaub auf dem Mond.
Drei Wochen will er in einem Hotel auf dem Mond verbringen, um dieses Mal nicht nur ein anderes Land, sondern den Weltraum zu erkunden. Auf dem Mond angekommen, wird schnell klar, dass sich der dreiwöchige entspannte Urlaub schnell zum größten Abenteuer seines Lebens entwickelt. Darian lernt die verrücktesten Typen von Menschen kennen. Über einen französischen Yachtenbesitzer, einem durchgeknallten Gärtner und den sogenannten 'Moonatics', einer Hippiekommune, ist alles dabei. Völlig fasziniert von dem bunten Treiben, schließt sich Darian den 'Moonatics' an. Nicht ahnend, dass nicht nur er selbst mit jeder Menge Geheimnissen und einer dunklen Vergangenheit zum Mond gereist ist...

Ich kann mich an kein Buch aus meiner breit gefächerten Lesevergangenheit erinnern, bei dem es mir so schwer gefallen ist, eine Bewertung abzugeben. Ein Bewertungssystem habe ich persönlich auch nicht, und nachdem ich Arne Ahlerts Debütroman "Moonatics" gelesen habe, kann ich nur sagen, zum Glück nicht. 
Die Geschichte spielt in einer nahen Zukunft, in einer Welt, in der sich die Erde, so wie wir sie kennen, verändert hat. Die Klimaerwärmung, die wir heute nur aus den Nachrichten kennen, ist so weit fortgeschritten, dass Naturkatastrophen an der Tagesordnung sind, die Meere sind übersäuert, das Eis an den Polen existiert fast nicht mehr. Der Protagonist, Darian, kehrt dem allen den Rücken und fliegt zum Mond. Urlaub machen. Dort angekommen, lernt er die verrücktesten Typen kennen und beginnt sich schon bald heimisch zu fühlen. 
Kommen wir nun zu den Problemen, die ich bei "Moonatics" hatte und zwar passierte einfach auf zu langen Strecken nichts. Natürlich war es aufregend einen Protagonisten auf den Mond zu folgen, um dort Urlaub zu machen. Man fragt sich, wie das Hotel wohl aussehen wird und wie das Prozedere allgemein funktionieren sollte. Als dieser Punkt allerdings abgehakt wurde, verlor man sich lange in eine Art Urlaubsalltagstrott der Hauptfigur. In den Kapiteln funkelten noch zwischendurch kleine Spitzen und man zog überrascht die Augenbrauen zusammen, aber im Großen und Ganzen passierte nichts Neues mehr. 
Kommen wir nun zu den Punkt, der es mir so schwer macht diese Geschichte zu bewerten. In den bereits erwähnten langatmigen Stellen tritt plötzlich - aus heiterem Himmel - eine so absurde Situation auf, dass ich des Öfteren ein paar Zeilen zurückspringen musste, um sicherzugehen, dass das gerade wirklich passiert ist. Die ganze Absurdität eines Urlaubs auf den Mond wird in eine kleine Szene gesteckt und anhand dieser Szene kann man nicht glauben, dass die Handlung einfach so weitergehen kann. Und das passiert nicht nur einmal, sondern direkt mehrmals, während der Lektüre. Und ich kann mich nicht entscheiden, ob ich persönlich dieses Phänomen gelungen fand oder einfach nur komplett verrückt, es ist wohl irgendetwas dazwischen. 
Was mir aber besonders gefallen hat an "Moonatics", war die Botschaft, die zweifelsohne hinter dieser Geschichte stand. Arne Ahlernt hält unserer Spaßgesellschaft einen Spiegel vor. Einer Gesellschaft, die immer wieder zu vergessen scheint, dass das Problem der Klimaerwärmung ein reales Problem ist. Die Menschen in dem Roman haben ihren Heimatplaneten bis auf das Letzte ausgebeutet und anstatt aus ihren Fehlern zu lernen, suchen sie sich einfach einen neuen Platz zum Leben, um dort genau die gleichen Fehler zu machen. Auch die philosophischen Stellen in "Moonatics", die mit der Botschaft der Geschichte zusammenhängen, fand ich besonders gut gelungen.
Zusammenfassend kann ich also durchaus sagen, dass mir die Geschichte gefallen hat. Sie ist besonders, durch und durch. Trotzdem würde ich das Buch nicht allen Leuten weiterempfehlen, da ich glaube, dass nicht jeder mit der Handlung etwas anfangen kann. Wer allerdings auf Science-Fiction steht, die auf der einen Seite völlig verrückt ist und auf der anderen Seite ein durchaus mögliches Szenario in der Zukunft behandelt, der wird mit "Moonatics" nichts falsch machen. Man wird eine Menge ungewöhnlicher Menschen kennen lernen und an komplett außergewöhnlichen Parties teilnehmen. Aber vor allem gehört "Moonatics" zu den Büchern, die nachwirken, wenn auch auf eine völlig verrückte Art und Weise. 

Freitag, 13. Januar 2017

Marie Lu - Young Elites - Die Gemeinschaft der Dolche






Verlag: Loewe
Seiten: 412
Erscheint: 16. Januar 2017
Preis: 18.95 Euro (Ebook: 14.99 Euro)









Adelina führt ein normales und schönes Leben, bis eine schreckliche Krankheit ihre Familie heimsucht. Wegen des mysteriösen Blutfiebers stirbt ihre Mutter, Adelina überlebt nur knapp. Als sich ihre schwarzen Haare dann plötzlich silbern färben, wird schnell klar, dass das Blutfieber Adelina gezeichnet hat. Ihr Leben ändert sich schlagartig. Ihr Vater wird ein komplett anderer Mensch. Aus Angst vor den nicht gekannten Nachwirkungen des Blutfiebers wird Adelina aus der Gesellschaft verstoßen, als Tochter eines reichen Kaufmannes verliert sie dadurch die Aussichten auf eine strahlende Zukunft.
Aber das Blutfieber hat Adelina nicht nur gezeichnet, es hat ihr zudem übernatürliche Kräfte verliehen. Und sie ist damit nicht alleine. 
Als Adelina im letzten Moment aus einer brenzeligen Situation gerettet wird, lernt sie die Gemeinschaft der Dolche kennen. Diese Gemeinschaft ist nicht nur sagenumwoben, sondern wird schon lange Zeit vom König gejagt. Mit ihren Fähigkeiten, die im Team sogar noch gefährlicher werden, sind sie die Einzigen, die den König stürzen können. Doch dafür brauchen sie Adelinas Hilfe...

Der erste Teil der 'Young Elites' Trilogie "Die Gemeinschaft der Dolche" von Marie Lu ist eines dieser Bücher, das schon seit gefühlten Ewigkeiten auf meiner Wunschliste stand. Es ist eines dieser Bücher, bei dem ich immer wieder nach den Veröffentlichungstermin geschaut habe, um mich zu vergewissern, dass die Wartezeit nicht mehr allzu lang ist. Und es ist eines dieser Bücher, die man dann endlich liest und immer wieder wissend lächelt, weil jede Seite die unabdingbare Tatsache verstärkt, dass sich das Warten absolut gelohnt hat. 
Im ersten Teil von 'Young Elites' wächst die Begeisterung wirklich mit jeder Seite. Am Anfang ist man fasziniert vom Weltenentwurf, von der mysteriösen Krankheit, dem Blutfieber und seine Auswirkungen und vor allem von der weiblichen Protagonistin Adelina, zu der ich von der ersten Seite an einen Draht hatte. Adelina ist stark und so zerbrechlich zugleich. Sie scheint sowohl eine dunkle, als auch eine helle Seite zu haben, zwischen denen sie dauernd wechselt. Gerade diese innere Zerrissenheit hat Marie Lu besonders gut dargestellt. Durch Adelinas Geschichte, die, während der Lektüre, immer deutlicher offen gelegt wird, kann man gut nachvollziehen, wie sie sich fühlt und wie sie versucht ihren Platz in der Welt zu finden. 
Während die Geschichte dann mit den Seiten weiter erzählt wird, ist es so, als würden sich kleine Puzzleteile nach und nach an die richtigen Stellen setzen. Das lag vor allem daran, dass der Handlungsverlauf so gut konstruiert wurde. Mit der Gemeinschaft der Dolche treten Menschen in Adelinas Leben, die entweder ihre Rettung oder ihren Untergang bedeuten könnten. Und auch meine Gefühle gegenüber dieser Gemeinschaft waren, mehr als einmal, ziemlich widersprüchlich. Ich konnte sie oft nicht richtig einschätzen und auch ihre Absichten habe ich des öfteren in Frage gestellt. Auf der anderen Seite war dann aber da dieses Team, dieses 'Wir-Gefühl' und ich habe Adelina so gewünscht, dass sie hier ihren Platz findet, um endlich wieder glücklich zu werden. 
'Young Elites' ist voller Geheimnisse, mysteriöse Geheimnisse, die zerstören können. Es ist voller Intrigen und der Frage, wie viel Macht zu viel Macht ist. Aber vor allem ist es eine unglaublich spannende und fantasiereiche Geschichte geworden mit einer neuen Idee, die einiges kann und noch mehr für die kommenden Teile der Reihe verspricht. 
Unbedingt lesen!