Sonntag, 27. September 2020

Sally Rooney - Normale Menschen

 



Verlag: Luchterhand
Seiten: 320
Erschienen: 17. August 2020
Preis: 20 Euro (Ebook: 15.99 Euro)







Stellt euch vor, ihr lernt zwei Menschen kennen, die unglaublich gut zueinander passen, die sich ergänzen und scheinbar in- und auswendig kennen, auf die jeder - eigentlich normalerweise nervige - Kalenderspruch wie 'jeder Topf hat seinen Deckel' zu passen scheint, und dann merken diese beiden Menschen nicht, wie sehr sie sich in dem jeweils anderen wiederfinden und wie perfekt sie füreinander sind. 
Und schon sind wir mittendrin in Sally Rooneys Roman "Normale Menschen", in der die Autorin von einer Liebesgeschichte erzählt, die aus dem Leben gegriffen zu sein scheint. Wenn man etwas jemals als zeitgenössische Literatur bezeichnen kann, dann dieses Buch.
Es begann ganz unschuldig in der Küche eines viel zu großen Hauses, das mit seiner Ausstattung Außenstehenden sofort klar machen will, dass in diesem Haus das Geld reichlich vorhanden ist, in einer irischen Kleinstadt. Marianne und Connell gehen zusammen zur Schule und damit enden auch schon ihre Gemeinsamkeiten. Es ist nicht nur, dass beide aus völlig verschiedenen Gesellschaftsschichten kommen: Während Marianne das große protzige Haus, in denen sich die beiden Hauptfiguren zum ersten Mal bewusst wahr nehmen, ihr Zuhause nennt, kommt Connell eher daher, was man im allgemeinen Sprachgebrauch wohl 'untere Mittelschicht' bezeichnen würde. Und während Connell der allseits beliebte, mit vielen befreundete und mit noch mehr gut bekannte, Typ ist, ist Marianne dagegen eine krasse Außenseiterin. Doch bei ihrer ersten Unterhaltung entdecken beide, dass viel mehr in den jeweils anderen steckt, als sie vorher geahnt haben, und die Geschichte der beiden beginnt.

Erzählt wird in "Normale Menschen" auf ganz besondere Art und Weise. Wir begleiten Marianne und Connell in bestimmten Zeitabschnitten ihres Lebens, was dazu führt, dass sich ihre Geschichte über mehrere Jahre vor den Leserinnen und Lesern ausbreitet. Durch diesen Erzählstil lässt Sally Rooney sehr viel Raum offen für Interpretationen, da durch die Zeitsprünge vieles vorher Geschehene nicht weiter ausgeführt wird. Dieser Intepretationsraum lässt die Handlung immer unvorhersehbar erscheinen, da man sich teils mit freudigem und teils mit bangem Gefühl fragt, was in der Zwischenzeit passiert sein könnte. Und auch Sally Rooneys Schreibstil hebt sich von bisher Gekanntem ab. Auffällig und ungewöhnlich ist, dass sie die Anführungszeichen vor der wörtlichen Rede weglässt. So allerdings fesselt sie ihre Leserinnen und Leser an ihre Geschichte, denn, wenn man jedes Mal die-oder denjenigen ausfindig machen muss, der gesprochen hat, wird man nicht dazu verführt Abschnitte in der Geschichte querzulesen, sondern sich intensiv mit dem Geschriebenen auseinander zu setzen. 

Aber auch ohne dieses erzählerische Stilmittel ist es fast nicht möglich sich von "Normale Menschen" nicht fesseln zu lassen, denn was für eine unfassbare und intensive Tiefe Sally Rooney ihren beiden Hauptfiguren eingehaucht hat, das ist schon beeindruckend. In der gesamten Geschichte wirken Marianne und Connell immer ein wenig so, als würden sie über den anderen Menschen in ihrem Leben stehen. Sie setzen sich mit einer unglaublichen Intensität mit ihrem eigenen Leben und Themen, die ihre Mitmenschen in ihrem Alter noch oder überhaupt nicht interessieren, auseinander und heben ihren Blick weit über den Tellerrand hinaus. Auf der anderen Seite allerdings wirken sie in ihrem Verhalten sich und einander gegenüber teilweise kindlich und oft auch selbstzerstörerisch, was teilweise aber auch an ihren persönlichen Hintergründen liegt. Connell, der anfangs symapthische und beliebte Typ aus der Schule, zeigt bald, dass er beinahe schon verzweifelt seinen Platz im Leben sucht und einfach nicht fündig wird. Auf der einen Seite möchte er unebdingt dazugehören, fühlt sich aber auf der anderen Seite seinen Mitmenschen überhaupt nicht zugehörig und gerade das Verhalten seiner Freunde auf der Schule gegenüber Marianne, widert ihn an. Marianne, anfangs die krasse Außenseiterin in der Schule, die allerdings wenig Probleme mit dieser Rolle hat, scheint es überhaupt nicht zu interessieren, was ihre Mitmenschen über sie denken. Bald allerdings wird deutlich, dass sie auf der verzweifelten Suche nach Liebe ist und nach jeder weiteren Zurückweisung jeglicher Art ihren eigenen Wert immer mehr in Frage stellt. 
Mariannes und Connells Geschichte, die Wegpunkte, an denen sich ihre Leben berühren sind durchzogen von Missverständnissen aller Art, woran man auch merkt, wie jung sie noch sind und wie nahe an der Realität Sally Rooneys Roman ist. Denn man findet in "Normale Menschen" alles über das Erwachsenwerden: Liebe Freundschaft, Sex, Zurückweisung, Füreinander da sein und die scheinbar endlose Suche nach dem eigenen Ich und dem Platz im Leben. 
Und dann ist da noch diese große Liebesgeschichte zweier Menschen, von der man auf jeder Seite hofft und bangt, dass sie am Ende doch noch zueinander finden. 

Mittwoch, 23. September 2020

Erin Morgenstern - Das sternenlose Meer



Verlag: Blessing
Seiten: 640
Erschienen: 25. Mai 2020
Preis: 22 Euro (Ebook: 17.99 Euro)




Wir betreten die Bibliothek irgendeiner amerikanischen Universität. Draußen ist es kalt und erste Schneeflocken fliegen in der Dämmerung an den großen Fenstern der Bibliothek vorbei. In einer besonders verwinkelten Ecke treffen wir auf einen jungen Mann namens Zachary. Neben ihm steht ein großer wackliger Bücherstapel, und vor ihm noch ein weiterer. Sofort wird klar, Zachary liebt Bücher, doch gerade blättert er mit großen glänzenden Augen in bloß einem einzigen Buch. Schon auf dem ersten Blick unterscheidet es sich von den anderen Büchern in der Bibliothek und auch, dass es ohne Signatur ist, macht es noch ein bisschen mysteriöser, doch das größte Geheimnis soll Zachary erst später herausfinden, als er erkennt, dass er in "Süßes Leid", so lautet der Titel des Buches, seine eigene Geschichte zu lesen bekommt. Für Zachary beginnt ein fantastisches Abenteuer.

 Es mag sein, dass Zachary die Hauptfigur in "Das sternenlose Meer" von Erin Morgenstern verkörpert, doch in Wahrheit ist er die Spitze eines verwinkelten, in vielen Richtungen aufgebautes, aufeinander gestapeltes, fantastisches und großartig aufgebautes Erzählkonstrukt, das an wunderbarer Erzählkunst nicht mehr zu überbieten ist. Allein der Haupthandlungsstrang ist so wunderbar fantasievoll und voller neuen Ideen, dass man jeden Weg, den Zachary geht mit großen Augen verfolgt und es nicht mehr erwarten kann, weiter zu blättern. 
Doch dann sind da noch die vielen Nebengeschichten, scheinbar wahllos zusammengewürfelt, die immer wieder die Haupthandlung unterbrechen, aber meistens mit dem sternenlosen Meer in Verbindung stehen, genau wie Zacharys Erzählstrang. Allen voran geht die kurze Geschichte von Schicksal und Zeit, die Zachary zu Beginn des Buches erzählt bekommt und mit dessen Motive und Symbole es man immer wieder im Verlauf zu tun bekommt. 
Doch, was ist diese Autorin bloß für eine großartige Erzählerin? Was für wunderbare Geschichten sie in "Das sternenlose Meer" vereint, die sofort ins Herz gehen und mit deren Worte man sich am liebsten zudecken möchte. Und scheinbar wahllos zwischen die Seiten geschoben, ergeben sie doch mit jeder weiteren gelesenen Seite immer mehr Sinn und verweben sich langsam mit der Haupthandlung. 
Wie viele andere Leserinnen und Leser, die in das sternenlose Meer getaucht sind, habe auch ich mich einstweilen ein bisschen verloren gefühlt in den vielen Geschichten mit den unzähligen Hintertüren und Symbolen, und auch am Ende des Buches fühlte ich mich mit vielen offenen Fragen alleine gelassen, doch zusammenfassend war "Das sternenlose Meer" eine großartige und vor allem einzigartige Leseerfahrung. So etwas wie Erin Morgensterns Nachfolger des Bestsellers "Der Nachtzirkus" habe ich zuvor noch nie lesen dürfen. Dazu sprüht dieses wunderbare Buch auch noch dazu von einer unbändigen Liebe zum geschriebenen Wort. Alles in "Das sternenlose Meer" ist voller Geschichten und Bücher und Katzen, die fast schon obligatorisch zu unzähligen Regalreihen voller Bücher und dem Lesen dazugehören und ein bisschen die heimlichen Stars des Buches sind. Aber nicht nur die Liebe zu Büchern wird hier thematisiert, sondern auch die Liebe allgemein, die man fast durchgehend in der Geschichte findet. An jeder geheimnisvollen und verwinkelten Ecke leuchtet sie einem entgegen und beweist immer wieder, was für eine große Macht sie besitzt und dass sie Raum- und Zeitgrenzen überwindet. 

Wer Fantasy liebt und dazu noch eine Schwäche für besondere Bücher besitzt, der muss "Das sternenlose Meer" im Bücherregal stehen haben, denn vielleicht ist es genau das besondere Buch, diese magische und besondere Geschichte, die auch Zachary in "Süßes Leid" im Bücherregal gefunden hat.
Seid ihr bereit für ein großes Abenteuer?

Donnerstag, 10. September 2020

Lesemonat Juli

 

Und wieder einmal etwas verspätet kommt hier mein Lesemonat Juli. Im Juli dieses Jahres habe ich insgesamt acht Bücher gelesen mit 3414 Seiten. Das war ja schon einmal nicht schlecht, dann kann es ein wenig ausführlicher werden. 

Das erste Buch aus dem Monat Juli kommt von Patrick Rothfuss. "Der Name des Windes" stand schon länger auf meiner Liste der Bücher, die ich unbedingt bald lesen wollte - und ich wurde nicht enttäuscht. Der Auftakt der Reihe ist eine abenteuerreiche Reise, nicht nur eine fantastische, sondern auch eine fantasievolle Geschichte und eine faszinierende Lebensbeichte. Ich freue mich schon sehr auf den geteilten Nachfolger und natürlich auf den Abschluss der Reihe (der leider noch nicht veröffentlicht ist, aber auch ich reihe mich nun in die Leserinnen und Leser ein, die hoffen, dass die Veröffentlichung nicht mehr lange dauert)

Weiter ging es mit dem zweiten Teil der Ellingham Academy Serie. Der Auftakt von Maureen Johnson "Was geschah mit Alice?" hat mich total überrascht und mir richtig gut gefallen. Eine interessante und detailreiche Detektivgeschichte, die in einem alten Internat in den Wäldern Vermonts spielt. Da musste natürlich auch der zweite Teil "Die geheimnisvolle Treppe" her und wieder einmal war ich begeistert. Stevie, weiterhin die unglaublich sympathische Heldin der Geschichte, ermittelt nach ihrer kurzen Abwesenheit weiter im spektakulären 'Ellingham Fall' im Internat, und wieder stellen sich ihr einige Hindernisse in den Weg und da ist auch immer noch David, der in den Pausen, wenn sich Stevie nicht gerade mit ihrer Detektiv Arbeit beschäftigt, in ihrem Kopf herumspukt. Genauso wie der Vorgänger endet auch "Die geheimnisvolle Treppe" mit einem gemeinen Cliffhanger, der dazu führt, dass man das Erscheinungsdatum den Abschlussbandes rot im Kalender anstreichen wird.

Das nächste Buch kommt von keinem Unbekannten. "Der Outsider" von Stephen King war meine erste Urlaubslektüre im Juli und immer wieder bin ich erstaunt, was dieser Mann alles kann. "Der Outsider" ist ein hochspannder Kriminalroman geworden, der ganz langsam mit immer mehr mystischen Elementen gespickt wurde und mit einem guten Ende aufwarten konnte. Nicht eine Sekunde wurde ich in der Geschichte nicht unterhalten und so waren die etwa siebenhundert Seiten auch im Nu ausgelesen. Es ist immer gut Lieblingsautoren zu haben, man wird einfach so gut wie nie enttäuscht. 

Die nächste Urlaubslektüre kommt von einer Frau, von der sicher noch Stephen King einiges hätte lernen können. Die Grande Dame des Kriminalromans Agatha Christie. Ihr Roman "Und dann gab's keines mehr" stand ebenfalls schon länger auf meiner Wunschliste und spielt auf einer einsamen Insel, auf der zehn völlig unterschiedliche Personen eingeladen werden in ein großes Sommerhaus, das dann relativ zeitnah nach der Ankunft der Inselgäste Schauplatz eines Mordes wird. Und während die übrig gebliebenen Personen noch rätseln, was passiert ist, bahnt sich auch schon das nächste Unglück an. Auch "Und dann gab's keines mehr" hat mich hervorragend unterhalten und auch ich wurde lange in die Irre geführt, bis ich wusste, was da auf der Insel vorgeht. Ein toller Krimi. 

Weiter ging es im Juli mit "Schöner als überall" von Kristin Höller. Die Autorin hat eine zarte und poetische Geschichte über das Erwachsen Werden geschrieben. Noah und Martin sind schon ihr ganzes Leben Freunde, auch als beide aus ihrem verschlafenen Wohnort nach München ziehen. Am Anfang der Geschichte kehren sie genau dorthin wieder zurück und erfahren auf unterschiedliche Weise, was im Leben wirklich zählt- und wie sie dieses leben wollen. Vor allem die Sprache, die Kristin Höller benutzt, hat mir besonders gut gefallen.

Im Juli gab es dann auch wieder ein bisschen Poesie. Poesie von der besonders schönen Sorte. Seit mir Amanda Lovelace mit "The princess saves herself in this one" das Herz gebrochen hat, musste jeder ihrer Gedichtbände bei mir einziehen, genauso wie zuletzt "break your glass slippers", der Beginn einer neuen Reihe, die mir wieder einmal sehr gut gefallen hat. Ich kann gar nicht genau beschreiben, warum mich die Worte der Autorin jedes Mal so besonders rühren, aber es scheint, als öffnete sich jedes Mal etwas in mir beim Lesen ihrer Gedichte und ich fühle mich verstanden. So, als ob jemand ein paar meiner Gedanken in Worte fasst. Ein unglaubliches Talent, das diese Frau besitzt.

Von meinem vorletzten Buch aus dem Lesemonat hätte wahrscheinlich auch nicht der Autor John Ironmonger gedacht, dass es jemals so eine erschreckende Aktualität erlangen würde. Zunächst erzählt der Autor "Der Wal und das Ende der Welt" von einem Aussteiger, der an der Küste eines kleinen und entlegenden Küstenorts strandet und freundlich und fast schon liebenswert von den Bewohnern des Ortes aufgenommen wird. Bald schon stellt sich heraus, dass die Hauptfigur anscheinend einem Wal seine Rettung aus den Fluten verdankt und auch seine weitere Geschichte an diesem entlegenden Ort wird immer wieder von diesem Tier geprägt. Als dann eine dramatische Grippeepidemie die Welt heimsucht, müssen die Bewohner des Dorfes zusammen arbeiten, um sich durch diese erschreckenden Zeiten zu retten. John Ironmonger ist eine großartige Geschichte gelungen, ein beeindruckendes Stück Menschlichkeit und wie immer wieder einzelne Personen Geschichte prägen können - oder eben ein riesiger Wal.

Das letzte Buch aus dem Juli war ein Reread eines meiner Lieblingsbücher. In "Small World" von Martin Suter begegnen wir Konrad Lang, einer der liebevollsten Figuren, die ich jemals kennen lernen durfte. Martin Suters Hauptfigur erkrankt langsam an Demenz. Es fängt mit Kleinigkeiten an, dass der Schlüssel plötzlich im Eisfach landet oder der Weg zum Einkaufen vergessen wird und steigert sich langsam in Dramatische. Besonders wichtig ist, dass die Aufmerksamkeit auf eine Krankheit gelenkt wird, für die es noch viel zu wenig Verständnis gibt. 

Das war es auch schon wieder mit meinem Lesemonat, der sehr erfolgreich war. Es geht weiter in den August. 

Sonntag, 6. September 2020

Ambrose Parry - Die Tinktur des Todes




Verlag: Pendo (Pieper)
Seiten: 464
Erschienen: 31. August 2020
Preis: 16.99 Euro (Ebook: 12.99 Euro)






Herzlich Willkommen im alten Edinburgh. Enge Gassen, verschlungene und versteckte Winkel an jeder Ecke, zwielichtige Typen in langen Mänteln und grimmigem Gesichtsausdruck. Überall scheint ein mysteriöser Nebel über der gesamten Szenerie zu liegen.
In diesem Edinburgh begegnen wir einer Figur, die gerade mit einem verzerrten Gesichtsausdruck, aus dem der Schrecken und die Furcht noch nicht ganz gewichen sind, aus einem Hauseingang gestolpert kam. Als wäre der Teufel persönlich hinter ihm her, flieht der Mann in eine besonders dunkle Gasse und verschwindet im Nebel. Und so sind wir mitten herein ins Ausgangsszenario des historischen Kriminalromans "Die Tinktur des Todes" von Ambrose Parry, dem Pseudonym der Autoren Christopher Brookmyre und Marisa Haerzman, gefallen. Begegnet sind wir der Hauptfigur Raven, der sein bisheriges Leben in den eher zwielichtigen Gegenden Edinburghs verbracht hat und die Chance bekommt sein Leben zu ändern, als Lehrling des berühmten Arztes Dr.Simpson, spezialisiert auf Geburtshilfe, gut betucht und häufig im Milieu der reichen Bevölkerung Edinburghs unterwegs. Doch bevor Raven auch nur einen Schritt in seinem neuen Aufgabengebiet unternehmen kann, beginnt eine erschütternde Mordserie in der schottischen Stadt und mit dem Hausmädchen aus Dr. Simpsons Haushalt, Sarah, begibt sich Raven auf die Spur des Täters. 
Sicherlich muss man bei "Die Tinktur des Todes" zuerst die wunderbare Atmosphäre des Romans herausheben, die sich vor allem im alten Edinburgh verdichtet und den Leser ganz langsam vollkommen einnimmt. Edinburgh wirkt schließlich auch heute immer noch mystisch und geheimnisvoll, was bietet sich da besser an einen Kriminalroman im historischen Edinburgh spielen zu lassen? 
Auch wenn sich die Handlung an manchen Stellen des Buches etwas gezogen hat, hat mir mein Ausflug ins alte Schottland insgesamt gut gefallen. Tatsächlich hatte ich mit Raven, als Hauptfigur, manchmal meine Probleme, weil er oft überheblich wirkte und auch ein bisschen undurchsichtig, doch ungefähr bei der Mitte der Geschichte wurde er zugänglicher und es wurde deutlich, dass er eigentlich nur Gutes im Sinn hat. 
Sarah, die für mich der heimliche Star des Romans war, war mir dagegen von der ersten Seite an sympathisch. Ihre Klugheit und Neugier haben mir sofort imponiert und ich empfand wahrscheinlich genauso oft wie Sarah selbst die vollkommene Ungerechtigkeit ihrer Situation, dass sie mit ihren Ambitionen in die falsche Zeit geboren, diese nicht ausleben konnte und ihr ganzes bisheriges Leben eine einzige Unterforderung war. Umso mehr imponierte mir, dass sie trotzdem immer wieder Wege fand ihre Interessen durchzusetzen und somit diesen historischen Kriminalroman einen Hauch Feminismus verlieh. 
Die schlussendliche Auflösung der Geschichte hatte ich dann auch erst ganz am Schluss vorausgeahnt und die genretypische Präsentation des Schurken war dann eine kleine Überraschung.
Zum Abschluss möchte ich noch betonen, dass "Die Tinktur des Todes" auch in medizinischer Hinsicht unglaublich interessant zu lesen war, weil man sehr viele Einblicke in die medizinische Arbeit zur Zeit, in der der Roman spielt, bekommt und die - so gehe ich aus - exakt recherchiert war, da ein Teil des Autorenduos, Marisa Haetzman, Medizinhistorikerin ist, zwanzig Jahre als Anästhesistin gearbeitet hat und ihre Forschungsarbeit zur modernen Anästhesie überhaupt erst die Idee zum vorliegenden Roman geliefert hat. Auch, wenn dem Leserin und dem Leser einige historische Medizinpraktiken in "Die Tinktur des Todes" die Haare zu Berge stehen lassen wird, war dies doch eine interessante Abrundung des Romans, der Interesse weckt an den Folgebänden. 

"Die Tinktur des Todes" ist der Auftakt der 'Die Morde von Edinburgh' Reihe. 

 

Montag, 10. August 2020

Lesemonat Juni

 


Hallo lieber komplett verspäteter Lesemonat Juni. Ja, manchmal kommt das Leben dazwischen und einige Blogbeiträge müssen warten. Aber glücklicherweise kann man alles nachholen und aus diesem Grund reiche ich heute meinen Lesemonat Juni nach. Im Juni habe ich insgesamt acht Bücher gelesen mit 3426 Seiten. Zwei Monatshighlights waren dabei, die kommen aber zum Ende des Lesemonats. Dann sind die Fakten geklärt, los geht's.

Das erste Buch kommt von Philippe Lancon. Der Autor saß in der Redaktion der französischen Satirezeitung 'Charlie Hebdo', als diese von Terroristen überfallen wurde und zwölf Menschen getötet wurden. In "Der Fetzen" erzählt Lancon, der bei dem Anschlag schwer verletzt wurde, seinen langen Weg zurück in ein Leben, das die Gesellschaft als 'normal' bezeichnet. Doch für den Journalisten wird schnell klar, dass sein Leben nie wieder normal sein wird. Unfassbar intensiv und manchmal schwer zu ertragen schreibt der Autor, aber gerade deswegen ist dieses Buch so wichtig, weil es die Wahrheit erzählt. Schonungslos und ehrlich.

Weiter ging es im Juni mit dem Buch "Das Geheimnis von Shadowbrooks" von Susan Fletcher. In der Geschichte geht es um eine junge Frau Clara, die eine Einladung in den Süden Englands erhält. Sie soll das Gewächshaus vom Anwesen Shadowbrooks ausstatten und macht sich auf dem Weg aus den grauen und regnerischen London in den malerischen Süden. Doch auf dem Anwesen angekommen, merkt Clara schnell, dass irgendetwas nicht stimmt in diesem großen Haus. Die Haushälterinnen verhalten sich seltsam und der Hausherr, der die Einladung ausgesprochen hat, lässt sich überhaupt nicht blicken. Und dazu offenbart sich Clara noch ein Geheimnis, auf Shadowbrooks soll ein Geist umgehen. 
Von der ersten Seite an habe ich mich von der Geschichte unglaublich unterhalten gefühlt und manchmal, das muss ich zugeben, habe ich mich auch wirklich gegruselt, wenn es um die Geistergeschichte gegangen ist. Vor allem aber hat mir die Hauptfigur gefallen, die mich zwischendurch immer wieder an die Bronte Charaktere erinnert hat. Ein alles in allem wirklich gelungener Roman.

Das nächste Buch war ein bereits von mir lang erwartetes Prequel der Tribute von Panem Reihe. "Das Lied von Vogel und Schlange" von Suzanne Collins. In der Geschichte erzählt die Autorin das Leben des Präsidenten von Panem in Katniss Everdeens Zeit: Coriolanus Snow. Und das war wahnsinnig interessant, erst einmal überhaupt ein Blick in ein Panem zu bekommen, dass etliche Jahre vor Katniss Hungerspielen existiert und gerade frisch aus dem Krieg der Rebellen kommt. Es war interessant, weil es in diesem Buch völlig andere Hungerspiele statt finden und am meisten interessant war die Tatsache, dass wir einen, zumindest zu Beginn der Geschichte, charakterlich völlig anderen Snow kennen lernen, der mühelos den gesamten Plot tragen kann. Auch, wenn "Das Lied von Vogel und Schlange" einige Längen hat, bin ich doch von dem Prequel völlig überzeugt, weil es einen ganz anderen Blickwinkel öffnet.

Weiter ging es im Juni mit dem Buch von C.A. Fletcher. In "Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt" betreten wir eine fast entvölkerte Welt, in der der Protagonist sich auf eine lange Reise macht seinen Hund wiederzufinden, der ihm nach einer List gestohlen wurde. C.A. Fletchers Buch ist eine stille Geschichte über das, was im Leben wirklich wichtig ist in einer Welt, die sich die Natur längst zurückgeholt hat. Mit dem Ende hätte ich dann überhaupt nicht gerechnet und auch wenn der Roman ebenfalls ein paar Längen hat, wurde ich doch bestens unterhalten. 

Der Monat ging weiter mit dem Buch von Edna O'Brien. In "Das Mädchen" wird die Geschichte von Maryam erzählt, die aus ihrer nigerianischen Schule von Boko-Haram Kämpfern an einen unbekannten Ort entführt wird und dort die Hölle einer Gefangenschaft durchleben muss. Mit ihrer Freundin Buki gelingt ihr schließlich die Flucht und nun muss sie sich ihr Leben zurückkämpfen und das beschreibt die Autorin mit einer unglaublichen Empathie und Feinfühligkeit. "Das Mädchen" ist ein Buch über Gewalt gegen Frauen und ihre Fähigkeit diese immer und immer wieder zu überwinden. Pflichtlektüre!

Nachdem ich zuletzt einen Ausflug in das Genre des Liebesromans unternommen
und ein Reread von 'Kirschroter Sommer' gestartet habe, ging es weiter mit dem zweiten Teil von Carina Bartsch. In "Türkisgrüner Winter" wird die Liebesgeschichte zwischen Emily und Elyas weiter erzählt und wie beim ersten Lesen hat mir der zweite Teil wesentlich besser gefallen, als der Erste. Möglicherweise, weil die Geschichte sehr viel mehr ins Detail ging, als noch im ersten Roman, der nur an der Oberfläche kratzte und auch, weil die Charaktere viel zugänglicher wurden und auch oft weniger nervig. Zusammenfassend war das Ganze ein gelungenes Reread, das mich dazu noch gebracht hat auch den kürzlich erschienenen dritten Teil der Reihe lesen zu wollen. 

Kommen wir nun zu meinem ersten Monatshighlight. "1000 Serpetinen Angst" von Olivia Wenzel ist ein intensiver Debütroman, eine unfassbar wichtige Geschichte und ein Fest der Selbstreflexion. Es geht um Rassismus im Alltag, immer und überall. Es ist ein Monolog, ein Frage und Antwort Spiel. Es ist wirr und meistens ohne roten Faden, es ist ungewöhnlich und ein Buch, das man aus vielen verschiedenen Gründen nicht so schnell vergessen wird. Manche Sätze möchte man sich ausschneiden und an die Wand hängen. Ein Buch, das man unbedingt, unbedingt lesen sollte. 

Das letzte Buch und das zweite Monatshighlight kommt von Franka Frei und heißt "Periode ist politisch". Für mich kam das Lesen dieses Buches ein bisschen einer Offenbarung gleich. Sooft habe ich mich in Franka Frei's Worten wiedergefunden, ich habe mich ertappt aber gleichzeitig verstanden gefühlt. Ich habe es alles gefühlt, jede einzelne Seite und gespürt, wie die Revolution losgebrochen wurde. Franka Frei spricht darüber, welche Folgen es haben kann weiterhin nicht offen über die Periode zu sprechen. Und diese Folgen sind weitreichender, als sich irgendjemand vorstellen kann. Sie betreffen nicht nur den Alltag von menstruierenden Menschen, sondern auch die gesamte Gesellschaft. Wie oft ich zwischen den Zeilen genickt und mich einfach verstanden gefühlt habe, ich kann es nicht zählen. "Periode ist politisch" ist ein Buch, das wirklich JEDER lesen sollte. 

Sonntag, 21. Juni 2020

Marc Elsberg - Gier (Die Welt am Abgrund)




Verlag: blanvalet
Seiten: 448
Erschienen: 25. Februar 2019)
Preis: 24 Euro (Taschenbuch: 12 Euro, Ebook: 14.99 Euro)








"Stoppt die Gier!", rufen sie und "Mehr Gerechtigkeit!".
Auf der ganzen Welt sind die Menschen in Aufruhr. Sie demonstrieren gegen drohende Sparpakete, Massenarbeitslosigkeit und Hunger - die Folgen einer neuen Wirtschaftskrise, die Banken, Unternehmen und Staaten in den Bankrott treibt. Nationale und internationale Konflikte eskalieren. Nur wenige Reiche sind die Gewinner. Bei einem Sondergipfel in Berlin will man Lösungen finden. Der renommierte Nobelpreisträger Herbert Thompson soll eine Rede halten, die die Welt verändern könnte, denn angeblich hat er die Formel gefunden, mit der Wohlstand für alle möglich ist. Doch dazu wird er nicht mehr kommen. Bei einem Autounfall sterben Thompson und sein Assistent - aber es gibt einen Zeugen, der weiß, dass es Mord war, und der hineingezogen wird in ein gefährliches Spiel. Jan Wutte will wissen, was hinter der Formel steckt, aber die Mörder sind ihm dicht auf den Fersen...
(Quelle: RandomHouse)

Stell dir vor, du willst bloß erste Hilfe bei einem Autounfall leisten und gerätst plötzlich ins Visier eiskalter Killer und wenn das noch nicht genug ist, ist auch noch die Polizei hinter dir her, die seltsamerweise dich für einen skrupellosen Mörder hält. 
Herzlich Willkommen im Ausgangsszenario von Marc Elsberg's aktuellem Thrillerstreich: "Gier - Die Welt am Abgrund". Nachdem mich Elsbergs Debüt "Black Out" wie so viele andere in Euphoriestürme ausbrechen ließ und mir gleichzeitig ein mehr als unbehagliches Gefühl bescherte, als bei der eigenen Selbstreflexion klar wurde, wie sehr man eigentlich vom Stromnetzwerk abhing und wie angreifbar man damit war, war ich natürlich sehr gespannt etwas Neues von Elsberg zu lesen. 
Am Ende der Lektüre von "Gier", war ich allerdings enttäuscht. Die Geschichte über eine Welt in der nächsten Wirtschaftskrise und dem Altenpfleger Jan Wutte, der zufällig ins Visier von Auftragskillern gerät, ist ganz nett, mehr aber auch nicht. Auch den erzählerischen Aspekt mit der revolutionären Idee eines Nobelpreisträgers, mit der er ein ganzes System zum Einsturz bringen und neu aufzubauen gedachte, konnte mich am Ende nicht überzeugen.
Es fehlte der Geschichte der Glanz, die Originalität und den unverwechselbaren Realismus, den man noch mit "Black Out" verbunden hat. 
Ein Unschuldiger, der eigentlich nur helfen wollte und einen ehrbaren Beruf ausübt, bei dem er überdies auch noch schlecht bezahlt wird, dieses Szenario gab es zudem außerdem auch schon so oft, das es im Zusammenhang mit der Geschichte oft schwerfällig und nicht überzeugend wirkte. Zudem nahm es auch noch fast den gesamten Realitätsanspruch aus der Handlung und Elsbergs Romane leben eigentlich von den fast schon beängstigenden realen Handlungssträngen. 
Sicherlich sind die anderen behandelten Themen im aktuellen Elsberg Thriller auch uns bekannte Themen. Klimawandel, die immer mehr wachsende Schneise zwischen reich und arm, das Erstarken einer besorgniserregenden rechten Bewegung, doch ungeachtet ihrer Priorität werden sie hier leider zu wenig angeschnitten und bleiben somit eher Nebenthemen. 
Die immer wieder angeschnittene mathematische Komponente in "Gier" war manchmal durchaus interessant, doch weiß ich am Ende nicht, ob mir das nötige mathematische Wissen dafür gefehlt hat, denn nach manchen Abschnitten hatte ich nicht wirklich mehr das Gefühl der Handlung folgen zu können.
Während der Lektüre gab es demnach einige Schwierigkeiten für mich zu überwinden und da mich das Ende des Romans auch nicht überzeugen konnte, 
bleibt "Gier" leider für mich ein gewöhnlicher Thriller, der schnell wieder aus dem Gedächtnis verschwinden wird. 

Franka Frei - Periode ist politisch (Ein Manifest gegen das Menstruationstabu)





Verlag: Heyne Hardcore
Seiten: 256
Erschienen: 2. März 2020
Preis: 18 Euro (Ebook: 13.99 Euro)







Wie oft wurde die Menstruation als 'Frauenproblem' abgetan, mit der es sich nicht weiter zu beschäftigen galt? Wie oft wurde die Menstruation gar tabuisiert oder wurde nieder geschwiegen, so dass sie ein Geheimnis oder sogar Mysterium wurde, über das nur hinter vorgehaltener Hand geredet wurde? Dabei handelt es sich bei der Menstruation um eine faszinierende Körperfunktion, um die sich immer noch zahlreiche falsche Annahmen ranken. Aus diesem Grund macht sich Franka Frei daran eines der größten Tabus unserer Zeit zu brechen und zeigt auf, welchen gravierenden Einfluss das Schweigen über die Periode auf alle Bereiche unseres gesellschaftlichen Lebens hat...
Die Revolution kommt. Und sie wird blutig.

Diese Bücher, die alles an die richtige Stelle zu rücken scheinen. 
Diese Bücher, in denen du dich selbst sooft wiederfindest, dass es schon fast unheimlich zu sein scheint. 
Die aufgeschriebenen Wörter, diese Gedanken, die dich an manchen Stellen ungläubig den Kopf schütteln lassen, auf anderen Seiten lassen sie dich wissend nicken und manchmal bescheren sie dir so viele 'Aha-Momente' auf einem Schlag, dass es einer Erleuchtung gleich kommt. 
So viel Inspiration, diese Bücher, von denen du überzeugt bist, dass sie die Welt besser machen könnten, wenn sie nur genügend Leute lesen würden. 
All das hat "Periode ist politisch" mit mir gemacht. 
Ein gutes Anzeichen dafür, dass mir ein gelesenes Buch besonders gut gefallen hat, ist, dass ich noch lange, nachdem ich die letzte Seite gelesen habe, immer wieder anfange darüber zu sprechen. Bei Franka Frei's "Periode ist politisch" kam das sogar noch häufiger vor, da das Thema besonders bei Frauen in meinem Alter quasi immer präsent ist. Fast jeden Tag werden wir mit unserer Menstruation in irgendeiner Weise konfrontiert, sei es in der Werbung, wenn wir mit einem schnellen und geübten Griff die Packung Tampons in den Einkaufswagen packen oder gute Miene zum bösen Spiel machen, wenn wir mit einem von Menstruationskrämpfen geplagten Unterleib versuchen unseren Alltag auf die Reihe zu bekommen. Aber vor allem werden wir meistens mit der Periode heimlich konfrontiert, weil es in der Gesellschaft nicht angesagt ist offen über das zu sprechen, was den Alltag von vielen menstruierenden Menschen auf massive Weise beeinflussen kann. Seit ich "Periode ist politisch" gelesen habe, hat in dem Bereich ein Umdenken bei mir statt gefunden. Ich fange an offener zu sein, mich ganz bewusst und vielleicht ein wenig selbstbewusster mit meiner Menstruation auseinander zu setzen und vor allem beginne ich drüber zu reden. Und dabei heraus kam Erstaunliches: in meinem Freundeskreis haben wir uns gefragt, warum wir erst jetzt angefangen haben so ausführlich über die Menstruation zu reden. Schließlich ist es ein gutes Gefühl zu wissen, dass man mit manchen Problemen innerhalb der eigenen Periode nicht alleine ist und sich darüber austauschen kann. 
Franke Frei hat vieles geschrieben, mit dem ich mich identifizieren konnte. Sie hat vieles geschrieben, dass ich noch nicht wusste oder dass mir nicht bewusst war, beispielsweise der problematische Umgang mit Werbung für Menstruationsprodukte, die genau diese gesellschaftliche Ächtung, dass Frauen in der Öffentlichkeit bluten, ausnutzt, um ihre Produkte zu vermarkten. Franka Frei hat mir beigebracht über den Tellerrand hinauszuschauen und gezeigt, in wie vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens negativ eingegriffen wird, wenn die Menstruation weiterhin tabuisiert wird. Deswegen ist es wichtig, dass solche Bücher in die Welt hinausgetragen werden, denn nur so können Dinge verstanden werden, über die sich manche Menschen wahrscheinlich vorher nie Gedanken gemacht haben, und das Leben menstruierender Menschen in vielerlei Hinsicht verbessert werden.
Die Revolution kommt. Und sie wird blutig.